Gema reformiert Förderung: Ende der Trennung von E- und U-Musik
Gema beendet Trennung von E- und U-Musik-Förderung

Die Verwertungsgesellschaft Gema hat eine grundlegende Reform ihrer Kulturförderung beschlossen. Künftig wird es keine Unterscheidung mehr zwischen sogenannter Ernster Musik (E-Musik) und Unterhaltungsmusik (U-Musik) geben. Die Mitgliederversammlung in Berlin nahm den entsprechenden Antrag mit einer Zweidrittelmehrheit an, wie die Gema mitteilte.

Neue Förderstruktur ab 2030

Die Kategorien „Ernste Musik“ und „Unterhaltungsmusik“ werden abgeschafft. Stattdessen soll Musik in der Förderung genreneutral bewertet werden. Ein schrittweiser Übergang zu dem neuen System ist bis zum Jahr 2030 geplant. Jährlich verteilt die Gema rund 50 Millionen Euro an Musikschaffende, die nun nach neuen Prinzipien umverteilt werden.

Weniger Mittel für E-Musik

Bislang war etwa ein Drittel der Fördermittel für die E-Musik reserviert, obwohl dieser Bereich nur drei Prozent zum Fördertopf beiträgt. In Zukunft stehen für die E-Musik beziehungsweise „Contemporary Classic“ (CCL) nicht mehr rund 15 Millionen Euro zur Verfügung, sondern nur noch etwa 7 Millionen Euro, wie eine Gema-Sprecherin auf Nachfrage erklärte. Dennoch betonte sie: „Die Fördermittel für E-Musik werden weniger, sind aber immer noch substanziell und exklusiv für diesen Bereich reserviert. Das hat kein anderes Genre in dieser Dimension.“

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Breitere Förderung und Nachwuchs im Fokus

Ziel der Reform sei es, mehr in der Breite und Vielfalt zu fördern. „Das ist keine Absage an die Kultur“, so die Sprecherin. Auch die Unterhaltungsmusik sei ein weites, künstlerisch anspruchsvolles Feld, das neben Pop und Schlager auch Genres wie Hip-Hop, Jazz und zahlreiche experimentelle und innovative Ausdrucksformen umfasse. Bisher sei der Nachwuchs im alten Modell durch das Raster gefallen. Nun seien Fördermittel explizit für den Nachwuchs reserviert.

Gemischte Reaktionen

Unter Musikschaffenden stößt die Neuerung auf Zustimmung, aber auch auf Kritik. Die Liedermacherin Sarah Hakenberg, die eigenen Angaben zufolge an der Versammlung in Berlin teilnahm, schrieb auf ihrem Instagram-Kanal: „Ein historischer Moment! Ab dem heutigen Tag gibt es in Deutschland nur noch zarte, spannende, verrückte, schwermütige, heitere, wütende, sanfte und geheimnisvolle Musik - aber keine E- und U-Musik mehr!“ Die Reform wird als Schritt zu mehr Gerechtigkeit und Diversität in der Musikförderung gesehen.

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