Harry Styles' Berlin-Phase: Neues Album 'Kiss All the Time. Disco, Occasionally' inspiriert von Hauptstadt
Harry Styles: Berlin inspiriert experimentelles neues Album

Berliner Luft inspiriert Harry Styles zu experimentellem Sound

Die Berliner Luft hat erneut ihre magische Wirkung auf einen internationalen Superstar entfaltet. Nach Legenden wie David Bowie, Iggy Pop und Depeche Mode hat nun Harry Styles (32) die kreative Energie der deutschen Hauptstadt für sein neues Album „Kiss All the Time. Disco, Occasionally“ genutzt. Der britische Popstar verbrachte im vergangenen Jahr viel Zeit in Berlin und ließ sich dabei von der pulsierenden Musikszene und dem besonderen Flair der Stadt inspirieren.

Vom Berliner Nachtleben zum neuen Sound

„Ich habe letztes Jahr viel Zeit in Berlin verbracht“, verriet Styles dem Magazin „Runner's World“. Der passionierte Läufer, der den Berliner Marathon in unter drei Stunden absolvierte, fügte hinzu: „Ich habe viele lustige und interessante Leute kennengelernt und viele verschiedene Arten von Musik gehört. Und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass das meine Musik beeinflusst hat.“ Diese Einflüsse sind bereits in der ersten Single „Aperture“ deutlich hörbar – kein klassischer Popsong mehr, sondern ein vom House inspirierter, elektronischer Dance-Track mit nächtlicher Atmosphäre.

Der Sound des Albums entstand laut Styles vor allem durch seine Berliner Ausgeh-Erfahrungen. „Einfach in einer Menschenmenge sein zu können, mit Freunden zusammen zu sein und sich sicher genug zu fühlen, um sich ein wenig gehen zu lassen und zu tanzen“, beschrieb er das Gefühl, das ihn in der Hauptstadt besonders begeisterte. Sogar am legendären Nachtclub Berghain wurde der Superstar gesichtet.

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Hansa Studios als kreative Heimstatt

Ein bedeutender Teil der Aufnahmen fand in den berühmten Hansa Studios statt, die bereits zahlreiche ikonische Alben hervorgebracht haben. Styles hatte dabei stets seine kommende Tournee im Hinterkopf: „Mir gefiel die Vorstellung, was ich damit auf der Bühne machen könnte - wirklich komplett in die Musik einzutauchen“, erklärte er. „Das Ziel war im Grunde, ein Album zu machen, das mir beim Spielen genauso viel Spaß macht wie beim Entstehen.“

Dieser Live-Fokus zeigt sich in zahlreichen Tracks. „American Girls“ drängt sich als potenzielle nächste Single-Auskopplung auf – eine eingängige Midtempo-Pophymne mit kräftigem Beat, die nach dem Soundtrack für einen Sonnenuntergang mit Strandparty klingt. „Are You Listening Yet?“ ist ein weiterer energetischer Dance-Track mit treibender Basslinie, dessen Sound an Bands wie LCD Soundsystem erinnert.

Experimentelles Hörvergnügen mit Tiefgang

Verglichen mit Styles' bisheriger Musik stellt „Kiss All the Time. Disco, Occasionally“ ein experimentelles Hörvergnügen dar. Das Album zeigt erstaunliche Vielseitigkeit: Vom leicht chaotischen „Season 2 Weight Loss“ mit verschobenen Breakbeats und technoiden Klängen über funky Synthpop im 80er-Stil („Dance No More“) bis hin zur symphonischen Ballade „Coming Up Roses“ ohne Beats oder Schlagzeug, dafür mit einem 39-köpfigen Orchester.

Insgesamt fünf Tracks des Albums wurden mit einem Gospelchor aufgenommen, darunter die bereits veröffentlichte Single „Aperture“. Die detailreiche, ausgefeilte Produktion erzeugt ein filmisches Flair, und die Songs bieten bei jedem Hören neue Entdeckungen. Die detailreiche, ausgefeilte Produktion erzeugt ein filmisches Flair und macht die Songs zu einer sensorischen, verführerischen Erfahrung.

Persönliche Reflexionen und künstlerische Entwicklung

Der Aufstieg vom Boygroup-Mitglied bei One Direction zum Solo-Superstar brachte für Styles auch Herausforderungen mit sich. Sein Privatleben steht stärker im Fokus der Öffentlichkeit, und mit dem wachsenden Erfolg kamen existenzielle Fragen. „Besonders auf Tournee hatte ich oft damit zu kämpfen, dass ich das Gefühl hatte, nicht genau zu wissen, was ich eigentlich gebe, was ich der Welt zu bieten habe“, gestand der Künstler.

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In „Paint By Numbers“, das an Tom Pettys „Free Fallin'“ erinnert, reflektiert der einstige Casting-Star: „Oh, was für ein Geschenk es ist, ein Künstler zu sein, aber es hat nichts mit mir zu tun. Es ist ein lebenslanges Lernen, Malen nach Zahlen und Zuschauen, wie die Farben verlaufen.“ Diese persönliche Tiefe verbindet sich mit dem experimentellen Sound zu einem außergewöhnlichen Album.

Bereits am Tag der Album-Veröffentlichung konnten sich rund 20.000 Fans in Manchester von der Live-Tauglichkeit der neuen Songs überzeugen. Die große Tournee startet im Mai in Amsterdam – bislang noch ohne Deutschland-Termine. Eine Aufzeichnung des Manchester-Konzerts ist ab Sonntag (8. März) beim Streamingdienst Netflix verfügbar und gibt einen Vorgeschmack darauf, wie dieses von Berlin inspirierte Album auf der Bühne wirken wird.