Nach Hymnen-Eklat: Heino gibt Solidaritäts-Konzert für Feuerwehrmann
Bad Belzig • Der Schlagersänger Heino (87) hat sich in einen Streit um die erste Strophe des Deutschlandliedes eingemischt und gibt am Abend ein Solidaritäts-Konzert für einen Feuerwehrmann aus Brandenburg. Der Auftritt findet im Kurort Bad Belzig statt und ist eine Reaktion auf einen Eklat bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport im August 2025.
Hintergrund: Eklat um historisch belastete Liedzeilen
Bei den Feuerwehr-Meisterschaften in Torgau in Sachsen wurde eine Aufnahme des Deutschlandliedes mit allen drei Strophen abgespielt, die von Heino in den 1970er Jahren aufgenommen wurde. Der Feuerwehrmann Richard Münder, der die Version auf Youtube fand und für die Eröffnung heruntergeladen hatte, wurde daraufhin vom Feuerwehrverband sanktioniert. Er fühlt sich zu Unrecht diskreditiert und weist den Verdacht der Rechtslastigkeit entschieden von sich.
Heino hält die Maßnahmen für übertrieben und schiebt bei seiner Tournee „Made in Germany“ ein Zusatzkonzert ein, um seine Solidarität mit dem Feuerwehrmann zu zeigen. Der Künstler betont, dass er sich stets von rechtslastigen Vorwürfen distanziert hat und lediglich Volkslieder singt.
Das Deutschlandlied: Eine Hymne mit dunkler Vergangenheit
Das „Lied der Deutschen“ wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet, aber von den Nationalsozialisten propagandistisch missbraucht. Seit 1952 ist nur die dritte Strophe mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“ als offizielle Nationalhymne anerkannt. Die anderen Strophen sind nicht verboten, aber gesellschaftlich geächtet.
Heino hatte die umstrittene Version auf Bitten des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger aufgenommen. Nach dem Eklat schrieb der Sänger auf Instagram, dass er das Abspielen nicht gutheiße, aber der Feuerwehrmann eine zweite Chance verdiene.
Reaktionen und parallele Veranstaltung
Zum Heino-Konzert in Bad Belzig werden zahlreiche Feuerwehrleute erwartet. Am Ende seiner Auftritte singt Heino traditionell die Nationalhymne, also die dritte Strophe. Bekannt ist der Sänger für Hits wie „Blau blüht der Enzian“ und „Schwarzbraun ist die Haselnuss“.
Nicht alle Einwohner des 11.000-Seelen-Städtchens sind von Heinos Auftritt begeistert. Parallel veranstaltet eine Initiative eine Musikparty mit dem Titel „Knallbunt ist die Haselnuss“, die für Vielfalt und eine offene Gesellschaft wirbt. Diese Veranstaltung ist eine kreative Antwort auf den Hymnen-Eklat und soll ein Zeichen für Toleranz setzen.
Heino, der seit über 60 Jahren im Showgeschäft aktiv ist, bleibt damit eine polarisierende Figur, die mit seinem Engagement Debatten über nationale Symbole und gesellschaftliche Werte anstößt.



