Sommerliche Musiktage Hitzacker feiern Joseph Haydn als musikalischen Vater
Hitzackerer Musiktage widmen sich Joseph Haydn

Hitzacker feiert Haydn: 81. Sommerliche Musiktage mit musikalischem Schwerpunkt

Das traditionsreiche Festival im Wendland rückt in diesem Jahr den österreichischen Komponisten Joseph Haydn (1732–1809) in den Mittelpunkt. Vom 25. Juli bis zum 2. August 2026 werden sich insgesamt 23 Konzerte um das vielseitige Werk des Künstlers drehen, der von Zeitgenossen wie Mozart liebevoll „Papa“ genannt wurde.

Haydn als wegweisende Figur der Musikgeschichte

Festival-Intendant Oliver Wille betonte bei einer Pressekonferenz die besondere Bedeutung Haydns: „Er hat eine neue Sprache erfunden, er hatte aus meiner Sicht keine Vorbilder.“ Diese innovative Kraft habe zahlreiche nachfolgende Komponisten beeinflusst. Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms hätten sich alle an Haydns Werk orientiert und es weiterentwickelt.

Wille, selbst Quartettspieler, zeigte sich beeindruckt von Haydns Produktivität: „Es ist bewundernswert, wie dieser Kerl es geschafft hat, mehr als 60 Streichkonzerte zu erschaffen.“ Gleichzeitig betonte er die künstlerische Herausforderung: „Für uns bedeutet es eine Herausforderung, es ist nicht so leicht, Haydn zu spielen.“

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Vielfältiges Programm mit bekannten Künstlern

Das Eröffnungskonzert am 25. Juli bestreitet der renommierte Cellist Giovanni Sollima. Ein besonderes Highlight verspricht der Abend am 28. Juli zu werden, wenn Schauspielerin Martina Gedeck aus Haydns persönlichen Briefen liest. Darin beschreibt der Komponist nicht nur seine Zeit in London, sondern widmet sich auch dem Thema Frauen.

Am 31. Juli steht mit „Haydn jazzt“ eine ungewöhnliche Interpretation auf dem Programm. Till Brönner an der Trompete und Frank Chastenier am Klavier werden zeigen, wie zeitlos Haydns Musik ist.

Neue Formate zur Talentförderung

Erstmals veranstaltet das Festival zwei Debüt-Marathons am 26. Juli und 1. August, die gezielt junge Talente entdecken und fördern sollen. Intendant Wille ermutigte alle beteiligten Künstler zu kreativem Umgang mit Haydns Werk: „Ich habe alle Künstlerinnen und Künstler gebeten, kreativ mit ihm umzugehen.“

Angespannte Finanzlage trotz Engagement

Das Gesamtbudget der neuntägigen Veranstaltung beläuft sich auf rund 400.000 Euro. Gerrit Glaner, Vorstandsvorsitzender des Festival-Trägervereins, dankte den 400 Mitgliedern und Förderern ausdrücklich, da öffentliche Zuschüsse für Festivals gekürzt würden. „Wir wollen die Qualität hochhalten und müssen Klinken putzen“, so Glaner.

Intendant Wille ergänzte mit Blick auf die vergangenen Jahre: „Ich kann mich nicht erinnern, dass die Lage nicht angespannt war.“ Dennoch kämen viele Künstler auch bei vergleichsweise geringen Gagen in das Elbestädtchen im Landkreis Lüchow-Dannenberg, was das besondere Flair des Festivals unterstreicht.

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