Orgeltörn 2026: Barocke Klangköniginnen erobern die Kirchen der Mecklenburgischen Seenplatte
Orgeltörn 2026: Barocke Orgeln erklingen in Seenplatte

Orgeltörn 2026: Eine musikalische Reise durch die Kirchen der Mecklenburgischen Seenplatte

Sie sind wahre Klangköniginnen, teils mehrere Jahrhunderte alt und haben nichts von ihrem Zauber verloren. Die Orgeln stehen auch in diesem Jahr im Mittelpunkt einer besonderen Konzertreihe an der Mecklenburgischen Seenplatte. Vom 3. Mai bis Oktober 2026 lädt der sechste Orgeltörn Besucher ein, auf einer musikalischen Entdeckungsreise historische Instrumente in oft versteckten ländlichen Kirchen zu erleben. Die Reihe präsentiert sich mit neuen Organisten und zusätzlichen Spielorten, die bislang noch nicht beim Orgeltörn besucht wurden.

Neue Gesichter und ein besonderer Jubiläumsort

In diesem Jahr bereichern weitere talentierte Organisten das Programm: Tobias Brommann aus Neubrandenburg, Hartmut Siebmanns aus Woldegk und Friedland, Takahiro Yamauchi aus Mirow, Dennis Rose aus Schwichtenberg und Robert Schulz aus Greifswald. Sie gesellen sich zu bewährten Künstlern wie Lukas Storch aus Neustrelitz, Martin Hebert aus Malchow, Konja Voll aus Greifswald sowie Christiane und Friedrich Drese aus Waren und Malchow. Ergänzt wird das Programm durch Auftritte von Orgelschülern und einem Bläserchor.

Präsentiert wurde das neue Programm erstmals in der Marienkirche, der Konzertkirche Neubrandenburg, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. „Die Orgel hier stammt aus dem Jahr 2017 und steht mit ihrem Jubiläum ebenfalls im Fokus“, erläutert Organist Tobias Brommann. Das Instrument, eine Gemeinschaftsarbeit der Firmen Schuke aus Berlin und Klais aus Bonn, verfügt über 70 Register, vier Manuale und stolze 2852 Pfeifen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Den ländlichen Kirchen eine Bühne geben

Ein zentrales Anliegen des Orgeltörns ist es, die oft wenig beachteten Kirchen auf dem Land ins Rampenlicht zu rücken. Schirmherr Kai Seiferth, ehemaliger Vize-Landrat, betont: „Wir bringen die Musik in die Dörfer. Das ist die Kernidee. Wir stellen sicher, dass vor Ort eine funktionierende Orgel bereitsteht, indem sie vorher begutachtet und bei Bedarf gestimmt wird.“ Viele der Instrumente sind frisch renoviert, wobei „frisch“ bei Orgeln, wie Friedrich Drese anmerkt, durchaus auch zehn Jahre bedeuten kann.

Noch vor dreißig Jahren wäre eine solche Veranstaltungsreihe undenkbar gewesen. „Mindestens die Hälfte der heute bespielten Orgeln war damals unnutzbar“, erinnert sich Drese. Der Orgeltörn zeigt somit auch den Erfolg von Restaurierungsbemühungen in der Region.

Historische Kleinode und ihre Geschichten

Unter den Instrumenten, die beim sechsten Orgeltörn erklingen, finden sich wahre Schätze. Gleich zum Auftakt am 3. Mai ertönt in Wesenberg eine barocke Orgel von Johann Michael Röder, um 1717 gebaut. Ursprünglich für eine Berliner Kirche geschaffen, wanderte sie vor 200 Jahren nach Wesenberg.

Eine weitere barocke Perle ist die Orgel von Matthias Friese aus dem Jahr 1780 in der Kirche Zettemin bei Stavenhagen, die bei der fünften Station am 30. August bespielt wird. Besonders bemerkenswert ist die sechste Station am 13. September in der Kirche Göhren: Hier steht die einzige Orgel des Berliner Orgelbauers Wittig in ganz Mecklenburg. Ebenfalls am 13. September begeistert die klanglich herausragende Kirche Golm als Konzertort.

Die Herausforderung der Vielfalt

Für die Organisten bedeutet die Reihe eine besondere Herausforderung. Tobias Brommann erklärt: „Jedes Mal hat man ein komplett neues Instrument vor sich. Die Tasten sind enger, kleiner oder größer, das Pedal steht anders, und die Register variieren stark. Man muss sich stets neu einstellen und das Programm der jeweiligen Orgel anpassen.“ Diese Vielfalt macht den Reiz der Reihe aus, erfordert aber auch hohe Flexibilität und Können.

Bis auf zwei Ausnahmen stammen alle mitwirkenden Organisten aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Das vollständige Programm von Mai bis Oktober ist auf den Webseiten der Kirchengemeinden einsehbar. Organisiert wird der Orgeltörn von Kirchenmusikern der Seenplatte, dem Mecklenburgischen Orgelmuseum Malchow und den Kirchengemeinden, gefördert vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und der Müritz-Sparkasse. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei, Spenden sind willkommen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration