In einem seltenen Interview mit dem New York Times Magazine hat Taylor Swift Einblicke in ihren Songwriting-Prozess gegeben. Die 36-jährige Sängerin, die zu den 30 größten lebenden Songwritern der USA gewählt wurde, erklärte, dass sie selbst nicht vollständig versteht, wie ihre Songs entstehen.
Die Auswahl der größten Songwriter
Das New York Times Magazine hatte 250 Musikexperten und sechs Kritiker gebeten, die 30 größten lebenden US-amerikanischen Songwriter zu wählen. Neben Taylor Swift zählen dazu unter anderem Jay-Z, Mariah Carey, Dolly Parton, Lana Del Rey, Kendrick Lamar und Bad Bunny.
Swifts kreativer Prozess
In dem 30-minütigen Videointerview beschreibt Swift, wie ihre Songs auf unterschiedliche Weise entstehen. „Ich verstehe immer noch nicht ganz genau, wie es funktioniert“, gesteht sie. Den Hit „Love Story“ schrieb sie mit 17 Jahren in ihrem Zimmer, „sauer auf meine Eltern, weil sie mich nicht auf ein Date mit einem viel zu alten Typen gehen lassen wollten, mit dem ich sowieso nicht auf ein Date hätte gehen sollen.“
Kritik an Fan-Spekulationen
Swift äußerte sich auch zu Fans, die versuchen, die Personen hinter ihren Songs zu identifizieren. „Da wird es ein bisschen merkwürdig für mich, wenn Menschen so tun, als sei es eine Art Vaterschaftstest: ‚Dieser Song handelt von dieser Person.‘ Dann sage ich: ‚Diese Person hat diesen Song nicht geschrieben. Ich habe ihn geschrieben‘“, so die Sängerin.
Die Entstehung von „Elizabeth Taylor“
Der Song „Elizabeth Taylor“ entstand laut Swift während einer Autofahrt mit ihrem Verlobten Travis Kelce. Sie erklärte ihm ihre Faszination für die Schauspielerin, die für Künstlerrechte kämpfte. „Sie wurde in so vieler Hinsicht ausgebeutet und hat sich trotzdem ihre Menschlichkeit bewahrt. Sie hat sich ihren Humor bewahrt. Sie hat sich ihre Leidenschaft für das Leben bewahrt.“ Zu Hause angekommen, öffnete sie schnell die Aufnahme-App auf ihrem Handy, um die Melodie festzuhalten.
Die Geschichte von „All Too Well“
Swift sprach auch über die Entstehung ihres Erfolgssongs „All Too Well“. Mit 21 Jahren und „sehr, sehr traurig“ entstand der Song während eines Soundchecks aus einem emotionalen Wutausbruch. „Diese wirre Tirade dauerte mehr als zehn Minuten, sie war weder zusammenhängend noch wirklich strukturiert“, erinnert sie sich. Ein Tontechniker hatte die Aufnahme gemacht, ohne die Swift den Song verloren hätte. Aus dieser Aufnahme entwickelte sie die fünfeinhalbminütige Version von 2012. Jahre später, nachdem Fans neugierig geworden waren, durchsuchte Swift ihre Tagebücher und Schränke, um die ursprüngliche Version wiederherzustellen. 2021 veröffentlichte sie „All Too Well (10 Minute Version)“ auf dem Album Red (Taylor’s Version). „Es war der umfangreichste Restaurierungsprozess, den ich je bei einem Song durchgeführt habe“, sagte sie.
Taylor Swift zählt zu den erfolgreichsten Musikerinnen der Welt. Anfang des Jahres wurde sie im Alter von 36 Jahren in die Hall of Fame der Songwriter aufgenommen – nur ein Sänger war bei seiner Aufnahme jünger.



