Letztes Studioalbum der Toten Hosen: Punkrock-Rente oder letzte Tournee?
Nach langen Gerüchten ist es nun offiziell bestätigt: Die legendäre Düsseldorfer Punkrock-Band Die Toten Hosen wird im Mai ihr nach eigenen Angaben letztes reguläres Studioalbum veröffentlichen. Das Album mit dem vielsagenden Titel „Trink aus, wir müssen gehen“ markiert einen möglichen Wendepunkt in der 45-jährigen Karriere der Kultband.
Das Ende einer Ära?
Die Ankündigung des letzten Studioalbums lässt bei vielen Fans die Alarmglocken schrillen. Bereits die Formulierung „wir müssen gehen“ im Albumtitel wird von Anhängern als mögliches Abschiedssignal interpretiert. Die Band selbst spricht in ihrer offiziellen Mitteilung von einem sich schließenden Kreis nach mehr als vier Jahrzehnten musikalischer Aktivität.
„Einer hat im Proberaum geschrien 'Lasst uns ein letztes Album machen!'“, zitiert die Band aus ihrer eigenen Kommunikation. „Keine Ahnung, wer das jetzt genau gewesen ist, jedenfalls war die Begeisterung groß. Wir haben dann gemeinsam beschlossen, nochmal aus allen Rohren zu schießen und rauszuhauen, was geht.“
Künstlerische Vollendung mit Andreas Gursky
Besondere Aufmerksamkeit erregt das Cover des neuen Albums, das vom weltberühmten Fotografen Andreas Gursky gestaltet wurde. Der Künstler, ein langjähriger Freund der Band, inszenierte dabei sein berühmtes Werk „Rhein II“ neu – eine Fotografie, die zeitweise als teuerste der Welt galt.
In der aktuellen Version ist an derselben Stelle nun die Band neben einem kaputten Opel Rekord zu sehen. Diese Referenz schließt den Kreis zum Debütalbum „Opel Gang“ aus dem Jahr 1983, auf dessen Cover ebenfalls ein Opel Rekord abgebildet war.
Von Schülern zu Punkrock-Legenden
Die Geschichte der Toten Hosen begann im alternativen Düsseldorfer Stadtteil Flingern, wo die meisten Gründungsmitglieder – darunter Frontmann Campino – noch zur Schule gingen. Der Legende nach wurden sie bei ihrem ersten Konzert fälschlicherweise als „Die Toten Hasen“ angekündigt.
Der kommerzielle Durchbruch gelang der Band 1988 mit dem Song „Hier kommt Alex“. Seitdem haben sich die Toten Hosen nicht nur musikalisch, sondern auch durch ihr gesellschaftliches Engagement einen Namen gemacht – insbesondere durch ihren Einsatz gegen Rechtsradikalismus.
Die große Abschiedstournee?
Parallel zum Album kündigte die Band bereits im vergangenen September eine große Tournee unter dem Titel „Trink aus! Wir müssen gehen“ an. Diese Konzertreihe wird viele Fans an folgende Stationen führen:
- Deutschland, Österreich und die Schweiz ab Juni
- Ein Festivalauftritt in Großbritannien
- Ein definitiv letztes Konzert in Argentinien im Oktober
- Den Abschluss in ihrer Heimatstadt Düsseldorf 2027
Besonders der geplante Tournee-Abschluss in Düsseldorf im Jahr 2027 gibt Anlass zu Spekulationen. Zu diesem Zeitpunkt wird Frontmann Campino – bürgerlich Andreas Frege – 65 Jahre alt sein. Die „Rheinische Post“ hat den 10. Juli bereits als „besonderen Termin“ bezeichnet.
Offene Fragen zur Zukunft
Bereits 2022, anlässlich seines 60. Geburtstages, hatte Campino in einem Interview angedeutet: „Es wird mit den Toten Hosen ja nicht ewig weitergehen – insofern ist das ein schöner Gedanke, dass wir das letzte Line-up sind.“
Die Band lässt jedoch bewusst Raum für Interpretationen, ob es sich tatsächlich um das endgültige Aus handelt. Fest steht nur: Das am 29. Mai erscheinende Album wird das letzte reguläre Studiowerk der Punkrock-Ikonen sein. Dazu erscheint ein Bonusalbum mit 25 alten Songs, die von der Band gemeinsam mit befreundeten Musikern neu eingespielt wurden.
Ob die „Opel Gang“ nach der Tournee 2027 tatsächlich in die Punkrock-Rente geht oder doch noch einmal Gas gibt, bleibt vorerst das Geheimnis von Campino und seinen Mitstreitern.



