Brandenburgs neuer OB: Theater-Intendanz soll bis Juni geklärt werden - Austausch mit Anna Loos
Brandenburgs OB: Theater-Intendanz bis Juni klären - Austausch mit Loos

Neuer Oberbürgermeister drängt auf zügige Klärung der Theater-Intendanz

In Brandenburg an der Havel steht die Zukunft des Stadttheaters im Mittelpunkt der kulturpolitischen Debatte. Der erst seit wenigen Tagen amtierende Oberbürgermeister Daniel Keip (SPD) hat klare Pläne: Die Intendanz des Theaters soll möglichst noch im ersten Halbjahr ausgeschrieben werden. „Das ist mein persönliches Ziel, weil ich auch da nicht denke, dass wir noch lange zuwarten sollen“, betonte der 39-jährige Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Austausch mit Schauspielerin Anna Loos

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Austausch zwischen dem neuen Stadtoberhaupt und der in Brandenburg an der Havel aufgewachsenen Schauspielerin Anna Loos. „Es kann ja unserer Stadt gar nichts Besseres passieren, dass eben auch eine Tochter unserer Stadt sich darum kümmern und dafür einsetzen will“, zeigte sich Keip angetan vom Engagement der Künstlerin. Loos hatte sich bereits Ende des vergangenen Jahres für die Intendanz beworben und will sich für eine Neubelebung des Theaters einsetzen.

Finanzielle Realitäten und künstlerische Visionen

Während Loos den Aufbau eines festen Schauspiel-Ensembles anstrebt, sieht Keip hier deutliche finanzielle Grenzen. „Aus einem reinen kommunalen, aus einem reinen Landeshaushalt werden wir es so nicht finanzieren können“, erklärte der Oberbürgermeister. Das ehemalige Dreispartenhaus verfügt derzeit nur noch über die Brandenburger Symphoniker als festes Ensemble. Seit Dezember ist zudem das Große Haus wegen eines schweren Wasserschadens geschlossen, der mindestens sechsstellige Kosten verursacht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Das Theaterhaus verfügt insgesamt über etwa zehn Millionen Euro jährlich aus verschiedenen Finanztöpfen. Das Land Brandenburg als wichtigster Geldgeber plant für 2026 eine Förderung in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro, wie das Kulturministerium in Potsdam im Januar mitteilte.

Zukunftsvision für das Brandenburger Theater

Für Keip steht fest: „Wir müssen für unser Theater mehr Besucherinnen und Besucher finden und wir müssen die Brandenburgerinnen und Brandenburger wieder motivieren, in ihr Theater zu gehen.“ Zunächst müsse sich jedoch der Aufsichtsrat des Theaters, der im April zusammentritt, auf eine künftige Ausrichtung des Hauses verständigen.

Die Schauspielerin Anna Loos hatte in ihren Äußerungen betont, sie wolle Verantwortung für die Zukunft des Theaters übernehmen und es wieder zu einem kulturellen Leuchtturm der Stadt machen. Ihrer Ansicht nach sei es bislang nicht gelungen, die wachsende Krise des Hauses zu beenden, das zu wenige Tickets verkaufe und zu wenig Programm anbiete. Ihre Pläne riefen in der Stadt allerdings auch heftige Kritik hervor.

Neustart in der Stadtpolitik

Daniel Keip wurde am Wochenende feierlich in das Oberbürgermeisteramt der rund 75.000 Einwohner zählenden Stadt eingeführt. Der SPD-Politiker folgt auf Steffen Scheller von der CDU. Zur geplanten Ausschreibung der Theater-Intendanz sagte Keip: „Wenn dann Anna Loos sich bewirbt, dann werden wir natürlich diese Bewerbung auch berücksichtigen, so wie alle anderen auch. Und dann werden wir schauen, wer passt am besten zu dem von uns ausgeschriebenen Profil.“

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Zukunft des Brandenburger Stadttheaters gestaltet und ob die Pläne für eine zeitnahe Ausschreibung der Intendanz bis Ende Juni realisiert werden können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration