Uckermärkische Bühnen begeistern mit Shakespeare: Romeo und Julia in Schwedt
Romeo und Julia in Schwedt: Uckermärkische Bühnen begeistern

Uckermärkische Bühnen begeistern mit Shakespeare: Romeo und Julia in Schwedt

Im Jahr der Liebe, das die Uckermärkischen Bühnen Schwedt für ihre Spielzeit 2025/26 ausgerufen haben, darf eine Inszenierung von Romeo und Julia nicht fehlen. Regisseur Erik Roßbander und sein Team haben das größte Liebesleid der Weltliteratur auf die kleinste Bühne des Hauses gebracht. Es wurde ein berührender Premierenabend voller Emotionen, der das Publikum in seinen Bann zog.

Verkettung unglücklicher Umstände und jugendliche Leidenschaft

Liebe liegt in der Luft, sobald sich Romeo und Julia auf einem Fest begegnen. Dennoch ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt, weil ihre Familien an alten Feindbildern festhalten und sich keinen Frieden gönnen. In einer Verkettung unglücklicher Umstände kommen die jungen Leute durch Selbstmord zu Tode. Die meisten Zuschauer kennen diese Geschichte aus Kino, Fernsehen und Theater, doch die Schwedter Variante bietet eine lustvolle Darbietung, die frech und mit Witz alle Sinne anspricht. Der Dramatiker Shakespeare hätte sich über diese innovative Inszenierung sicher gefreut.

Von Anfang an lauert unter der scheinbaren Leichtigkeit des Jugendlebens die Gefahr. Jugendbanden bekriegen sich, es gibt Tote, deren Leid wiederum neuen Hass sät. Rauch steigt auf als Zeichen von Zerstörung, und Musik aus Prokofjews Ballett zu Romeo und Julia gibt eine Vorahnung aufs Böse. Eine in Bestform spielende Truppe von sieben Schauspielern bringt Dynamik und Gefühl auf die Bühne, angeführt von Elias Eisold als Romeo und Anna Luise Barth als Julia. Beide verkörpern jugendlichen Überschwang, durchgeknalltes Verhalten und die Höllenqualen der Liebe glaubhaft, da sie in die Rollen von Teenagern schlüpfen müssen.

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Brillante Darsteller und temporeiche Inszenierung

Brillant ist Alexandra-Magdalena Heinrich in einer Doppelrolle. Sie gibt die Amme, die sich liebevoll um Julia sorgt und dennoch ihr Spielchen mit ihr treibt, sowie sekunden später als Lady Capulet in königsrot gewandet eine gefühllose Mutter mit eiskaltem Blick. Den tiefsitzenden Hass zwischen beiden Familien bringt Benjamin Schaup als Tybald bedrohlich klar zum Ausdruck – in seiner Mimik und Gesten lauert die Gefahr, sodass man ihm nicht im Dunkeln begegnen möchte.

Für zusätzliche Dynamik sorgt das Bühnenbild von Heike Neugebauer mit zwei Pendeltüren, die auf und zu gehen, sowie einem roten Vorhang, der für Tod und Liebe steht. Temporeiche Kampfszenen, in denen die Degen klirren, kennzeichnen die Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Familien. Zuschauer in der ersten Reihe sind ganz nah dran und bekommen dabei Herzrasen.

Tragisches Ende und nachdenklicher Ausklang

Am Ende stehen die Herzen von Romeo und Julia still, und die Familien haben ihr Liebstes verloren. Diese Tragik hätte man gern noch etwas ausgekostet, doch Regisseur Roßbander lässt in diesem Moment Texte aus Kriegsnachrichten sprechen. Der letzte Satz: „Die Welt lernt nichts, sie räumt nur auf“, entlässt ein nachdenkliches und begeistertes Publikum. Die Uckermärkischen Bühnen haben mit dieser Inszenierung einen unvergesslichen Theaterabend geschaffen, der die zeitlose Relevanz von Shakespeares Werk unterstreicht.

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