Demokratischer Abgeordneter protestiert bei Trumps Jahresansprache
Während US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend (Ortszeit) seine Rede zur Lage der Nation hielt, entfaltete der demokratische Abgeordnete Al Green einen unübersehbaren Protest. Der 78-jährige Politiker aus Texas hielt ein Schild mit der Aufschrift »Schwarze Menschen sind keine Affen« in die Höhe, kurz nachdem Trump den Saal betreten hatte.
Republikaner versuchen Protest zu unterbinden
Mehrere republikanische Abgeordnete versuchten umgehend, die Sicht auf das provokative Schild zu versperren oder es Green ganz wegzunehmen. Die Situation eskalierte, bis Sicherheitskräfte den Demokraten schließlich aus dem Plenarsaal führten. Dies war bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb eines Jahres.
»Im März 2025 hatte Green bereits eine Rede Trumps im Kongress mit lauten Buh-Rufen unterbrochen«, erinnerte ein politischer Beobachter. Damals warf der Abgeordnete dem Präsidenten vor, »kein Mandat« zu haben und wurde ebenfalls von der Sitzung ausgeschlossen.
Hintergrund: Trumps rassistisches Affenvideo
Der Protest bezieht sich auf einen kontroversen Vorfall Anfang Februar. Trump hatte auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Video geteilt, in dem der frühere Präsident Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle Obama als Affen dargestellt wurden. Diese Darstellung gilt als klassisches rassistisches Mittel zur Herabwürdigung schwarzer Menschen.
Das Weiße Haus versuchte zunächst, den heftig kritisierten Beitrag zu rechtfertigen. Nach einer Welle der öffentlichen Entrüstung wurde der Post auf Trumps Account schließlich gelöscht. Offizielle Stellen gaben die Schuld einem Mitarbeiter.
Weitere demokratische Proteste während der Rede
Al Green war nicht der einzige Demokrat, der während der State of the Union seinen Unmut zeigte:
- Die Abgeordnete Ilhan Omar warf Trump lautstark vor, ein Lügner zu sein
- Mehr als 20 Abgeordnete und Senatoren boykottierten die Rede komplett
- Einige Politiker luden Frauen ein, die dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Missbrauch vorwerfen, um auf Trumps frühere Verbindungen hinzuweisen
Uneinigkeit über Proteststrategien bei Demokraten
Innerhalb der demokratischen Partei gehen die Meinungen auseinander, wie der Protest gegen die Regierung am besten ausgedrückt werden soll. Hakeem Jeffries, der Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, sagte dazu: »Man könne entweder in stiller Ablehnung teilnehmen oder fernbleiben.«
Die State of the Union ist die wichtigste Jahresansprache des US-Präsidenten, in der traditionell der angestrebte politische Kurs für die Vereinigten Staaten dargelegt wird. Die diesjährige Rede war jedoch von ungewöhnlich vielen Protesten und Unterbrechungen geprägt.
Politische Beobachter weisen darauf hin, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger die Politik des US-Präsidenten nicht länger hinnehmen wollen. Die Spannungen zwischen den politischen Lagern scheinen sich weiter zu verschärfen, während die Debatte über angemessene Protestformen innerhalb der Opposition andauert.



