Eskalation im Nahen Osten: Angriffe auf Irans Machtzentrum - Merz bekräftigt Einigkeit mit Trump
Angriffe auf Irans Machtzentrum - Merz betont Einigkeit mit Trump

Eskalation im Nahen Osten: Angriffe auf Irans Machtzentrum intensivieren sich

Die militärische Eskalation zwischen dem Iran einerseits sowie Israel und den Vereinigten Staaten andererseits zieht immer weitere Kreise und hat bereits Hunderte Menschenleben gefordert. Bundeskanzler Friedrich Merz positioniert sich dabei deutlich an der Seite von US-Präsident Donald Trump und erklärt, das gemeinsame Ziel sei der Sturz der iranischen Führung.

Schwere Luftangriffe fordern fast 800 Tote im Iran

Mit neuen schweren Luftangriffen im Iran hat Israel erneut auf den mächtigen Führungsapparat des Landes abgezielt. Seit Beginn der gemeinsamen Angriffe mit den USA am Samstag kamen im Iran nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond fast 800 Menschen ums Leben. Die Organisation spricht von Angriffen in mehr als 150 Städten, bei denen Tausende Mitarbeiter von Rettungsdiensten landesweit im Einsatz sind.

Bei den jüngsten US-israelischen Angriffen wurde nach Medienberichten auch das Gebäude eines Expertenrats einflussreicher Geistlicher in der Stadt Ghom schwer beschädigt. Es gibt widersprüchliche Angaben, ob dort zum Zeitpunkt des Angriffs gerade ein Gremium iranischer Geistlicher tagte, das einen Nachfolger für den am Samstag getöteten Ajatollah Ali Chamenei bestimmen sollte.

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Israels Armee startet großangelegte Angriffsserie in Teheran

Israels Armee startete nach eigenen Angaben eine großangelegte Angriffsserie in Teheran. Ziel der Luftangriffe sei Infrastruktur der iranischen Führung, teilte die Armee mit. Einwohner der Hauptstadt berichteten von schweren Explosionen. Bereits in der Nacht hatten Kampfflugzeuge das Präsidentenbüro attackiert.

Das UN-Menschenrechtsbüro ging am Dienstag auf Berichte über einen Angriff auf eine Mädchenschule am Samstag mit fast 200 Toten ein und verlangte eine umfassende Untersuchung. Eine Sprecherin erklärte, es könnte sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Israelische Vertreter hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der besagten Region bekannt und man wolle die Berichte ebenso wie die Amerikaner prüfen.

Merz betont Übereinstimmung mit Trump bei Treffen im Weißen Haus

Bundeskanzler Friedrich Merz traf am Dienstag kurz nach Kriegsausbruch als erster europäischer Regierungschef persönlich US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus, um über die Entwicklungen zu sprechen. Trump begründete den Krieg erneut mit eigenen Sicherheitsinteressen und nicht mit einer Entscheidung Israels. „Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit“, sagte der US-Präsident.

Merz betonte bei dem Treffen die Übereinstimmung in der Iran-Politik. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran gestürzt werden muss.“ Man werde auch „über die Zeit danach sprechen, darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind“. Trump zufolge haben die USA noch keinen konkreten Plan für die politische Nachfolge im Iran. „Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot“, sagte er.

Neue Schäden an Urananreicherungsanlage und anhaltende Gegenangriffe

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) bestätigte derweil neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist. Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert.

Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden mehrere Menschen im Zentrum des Landes verletzt. Der israelische TV-Sender N12 berichtete von Einschlägen von Raketen- und Trümmerteilen rund um die Küstenmetropole Tel Aviv. Zuvor hatte es in weiten Teilen des Landes Luftalarm gegeben und Sirenen hatten geheult. Zahlreiche Einwohner harrten in Schutzräumen aus.

Eskalation in der Golfregion und Libanon

Der Iran setzte auch seine Angriffe in der Golfregion fort. Die katarische Regierung sieht mittlerweile „rote Linien“ überschritten. Nicht nur attackiere der Iran militärische Ziele, sondern nehme auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier. Die US-Botschaften in Saudi-Arabien, Kuwait und im Libanon blieben vorerst geschlossen.

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Israel setzte derweil Angriffe auf Ziele der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon fort und schickte weitere Bodentruppen in den Süden des Nachbarlands. Dies solle Angriffe auf israelische Grenzgemeinden verhindern, teilte Israels Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die Hisbollah beanspruchte mindestens sieben Angriffe auf Israel für sich. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte der Hisbollah mit einer weiteren Verschärfung der Angriffe.