Belgien setzt russischen Schattenflotten-Tanker in der Nordsee außer Gefecht
In einer nächtlichen Militäroperation haben belgische Streitkräfte mit Unterstützung des französischen Verteidigungsministeriums einen Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte in der Nordsee beschlagnahmt. Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken bestätigte die erfolgreiche Festsetzung des Schiffes am frühen Sonntagmorgen über die Plattform X, ehemals bekannt als Twitter.
Operation unter falscher Flagge aufgedeckt
Das beschlagnahmte Schiff wird derzeit zum Hafen von Zeebrügge eskortiert. Nach Angaben von Minister Francken gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestand der dringende Verdacht, dass der Tanker unter falscher Flagge segelte – aktuell unter der Flagge Guineas – und mit gefälschten Dokumenten operierte. Diese Praxis ist typisch für die Schattenflotte, die versucht, internationale Sanktionen gegen Russland zu umgehen.
„Ohne seine Schattenflotte kann Putin keinen Krieg gegen unschuldige Ukrainer führen. Deshalb setzen wir diese Schiffe außer Gefecht. Eines nach dem anderen. Bis sein Angriffskrieg beendet ist“, erklärte Francken in seinem Social-Media-Beitrag. Er betonte weiter: „Wenn es darauf ankommt, verstecken wir uns nicht. Wir sind da.“
Internationale Zusammenarbeit und Hoheitsgewässer
Belgiens Premierminister Bart de Wever gratulierte den Streitkräften zu der nächtlichen Operation, ohne den konkreten Vorgang detailliert zu benennen. In seiner Stellungnahme dankte er ausdrücklich Frankreich für die Unterstützung und bekräftigte: „Belgien wird das internationale Seerecht und die Sicherheit seiner Hoheitsgewässer wahren.“
Die Operation wurde offenbar aus einem speziellen „Situation Room“ in Belgien koordiniert, an dem neben Verteidigungsminister Francken auch Justizministerin Annelies Verlinden beteiligt war.
Verbindungen zum iranischen Mullah-Regime
Besonders brisant sind die weiteren Enthüllungen zu dem beschlagnahmten Tanker. Laut Informationen der Sanktionsseite des ukrainischen Geheimdienstes soll das Schiff Teil eines weitverzweigten maritimen Netzwerks sein, das von Mohammad Hossein Shamkhani kontrolliert wird. Shamkhani ist der Sohn von Ali Shamkhani, dem politischen Chefberater des kürzlich getöteten Ober-Mullah Ajatollah Ali Chamenei.
Dieses maritime Netzwerk transportiert angeblich Erdölprodukte aus dem Iran und Russland sowie andere Güter an Abnehmer weltweit, darunter auch nach China. Durch diese Aktivitäten werden Gewinne in Milliardenhöhe erwirtschaftet, die mutmaßlich zur Umgehung internationaler Sanktionen beitragen.
Strategische Bedeutung der Schattenflotte
Die russische Schattenflotte hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, da sie es Moskau ermöglicht, trotz westlicher Sanktionen weiterhin Öl und andere Rohstoffe zu exportieren. Die Schiffe operieren oft unter zweifelhaften Flaggen, mit undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen und gefälschten Dokumenten.
Die erfolgreiche Beschlagnahmung durch Belgien stellt einen bedeutenden Schlag gegen diese Praktiken dar und unterstreicht die Entschlossenheit europäischer Staaten, die Sanktionsregime durchzusetzen. Es ist zu erwarten, dass solche Operationen in Zukunft weiter zunehmen werden, solange der Krieg in der Ukraine andauert.



