Ex-Trump-Berater Bolton analysiert Iran-Krieg: Militärische Erfolge, politische Fehler und globale Risiken
Bolton zu Iran-Krieg: Militärische Erfolge, politische Fehler

Ex-Trump-Berater Bolton analysiert Iran-Krieg: Militärische Erfolge, politische Fehler und globale Risiken

John Bolton (77), der ehemalige Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, hat gegenüber BILD eine erste umfassende Einschätzung zum Iran-Krieg abgegeben, der sich aktuell in seiner zweiten Woche befindet. Der erfahrene Außenpolitikexperte sieht zwar deutliche militärische Fortschritte aufseiten der USA, übt jedoch scharfe Kritik an politischen Fehlern der Trump-Regierung.

Militärische Erfolge, aber langfristige Unsicherheit

„Militärisch läuft es bisher ziemlich gut. Die Luftabwehr des Iran ist weitgehend ausgeschaltet, und auch Raketen- und Drohnenarsenale werden systematisch zerstört“, erklärt Bolton in seiner Analyse. Er betont, dass die Zerstörung der Revolutionsgarden, der Marine und anderer zentraler Machtinstrumente das Regime in Teheran weiter destabilisieren könnte. Dennoch warnt der Ex-Berater vor voreiligen Schlüssen: „Kriege dauern oft Jahre. Einen künstlichen Zeitrahmen sollte man nicht setzen!“ Sein klares Ziel formuliert er unmissverständlich: „Entscheidend ist, dass der Krieg mit dem Zusammenbruch des Regimes endet!“ Bolton sieht hier eine historische Chance, da die iranische Führung seiner Einschätzung nach noch nie so schwach war wie aktuell.

Kritik an politischer Kommunikation der Trump-Regierung

Gleichzeitig übt Bolton deutliche Kritik an der politischen Vorbereitung des Krieges durch die US-Regierung. „Man hätte den politischen Vorstoß für einen Regimewechsel stärker erklären müssen – gegenüber der Bevölkerung, dem Kongress und den Verbündeten“, moniert er. Auch eine engere Koordination mit der iranischen Opposition habe gefehlt, was dazu beigetragen habe, dass der Krieg in US-Umfragen mehrheitlich unpopulär bleibt. Bolton stichelt sarkastisch: „Normalerweise verkündet man einen Krieg nicht um 3 Uhr morgens über soziale Medien!“ Seine Empfehlung lautet stattdessen eine ernste Ansprache aus dem Oval Office, „mit Anzug und Krawatte – und ohne MAGA-Kappe“.

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Globale Risiken und europäische Verantwortung

Trotz der Eskalation des Konflikts befürchtet Bolton momentan keinen Dritten Weltkrieg. Sollte Russland jedoch tatsächlich dem Iran helfen, amerikanische Ziele anzugreifen, wäre das seiner Meinung nach das Ende von Trumps „wunderbarer Freundschaft“ mit Wladimir Putin (73) – und ein „Weckruf“ für die internationale Gemeinschaft. Bolton betont die globalen Verflechtungen: „Der Iran-Krieg, die Ukraine, Spannungen im Pazifik – alles hängt zusammen!“

Der Ex-Berater, der seit Jahren einen Regimewechsel im Iran fordert, räumt ein: „Die militärischen Angriffe allein bringen keinen Regimewechsel.“ Sie könnten aber helfen, weil sie die Machtbasis des Regimes schwächen. Bezüglich der europäischen Rolle fordert er klare Positionierung: „Alle Nato-Staaten sollten an der Seite der USA stehen“, denn ein Ende des theokratischen Regimes in Teheran liege auch im europäischen Interesse.

Merz als europäischer Schlüsselakteur

Laut Bolton hat derzeit Bundeskanzler Friedrich Merz (70) den direktesten Draht ins Weiße Haus. Diese Chance sollte Europa nutzen – denn bei Trump könne sich vieles schnell ändern. Bolton verweist darauf, dass der US-Präsident zunächst auch Großbritanniens Premier Keir Starmer (63) gelobt habe, inzwischen aber für ihn „kein Churchill“ mehr sei. Mit einem spöttischen Unterton warnt Bolton: „Vielleicht heißt es irgendwann auch aus dem Oval Office, Merz sei kein neuer Adenauer …“

Insgesamt zeichnet Bolton ein Bild von militärischen Erfolgen, die durch politische Fehler und mangelnde Kommunikation untergraben werden, während sich gleichzeitig globale Risiken durch die Verflechtung verschiedener Konfliktherde verschärfen.

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