Eskalation im Nahen Osten: Chronik des Misstrauens zwischen USA und Iran
Chronik des Misstrauens: USA und Iran

Eskalation im Nahen Osten: Chronik des Misstrauens zwischen USA und Iran

Seit der ersten Amtszeit von Donald Trump ist das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran von tiefen Spannungen und heftigen Eskalationen geprägt. Nun erreichen diese Konflikte einen neuen dramatischen Höhepunkt, der die gesamte Region in Aufruhr versetzt.

Massive Angriffe und die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei

Koordinierte Luft- und Raketenangriffe der USA und Israels haben am Samstagmorgen Ziele im Iran getroffen. US-Präsident Donald Trump begründete diese Attacken in einer ersten Stellungnahme mit der Absicht, die unmittelbare Bedrohung durch die iranische Führung ausschalten zu wollen. Weniger als 24 Stunden später verkündete er den Tod des Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Dies sei die „größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern“, betonte Trump. Er kündigte an, die Bombardierungen im Iran würden weitergehen, bis Frieden in der Region und in der ganzen Welt einkehre.

2018: Trumps Ausstieg aus dem Atomabkommen

Im Mai 2018 kündigte Trump in seiner ersten Amtszeit einseitig das 2015 geschlossene Wiener Abkommen über das iranische Atomprogramm (JCPOA) auf. Er bezeichnete dieses als einen der „schlechtesten Deals aller Zeiten“. Trump kritisierte, dass sich das Abkommen rein auf die nukleare Anreicherung fokussiert habe, während das Raketenprogramm des Irans und die negativen Folgen durch das Aufheben von Sanktionen nicht berücksichtigt wurden. Der Ausstieg markierte den Beginn der Strategie des „maximalen Drucks“: Die USA verhängten neue harte Sanktionen gegen den Iran, woraufhin dieser sich nicht mehr an frühere Verpflichtungen hielt und wieder begann, Uran massiv anzureichern. Auch wurde die Überwachung durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) eingeschränkt.

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2020: Tötung von General Soleimani durch das US-Militär

Bei einem US-Drohnenangriff wurde im Januar 2020 der mächtige iranische General Ghassem Soleimani in Bagdad getötet. Soleimani, Kommandeur der Auslandseinheit der Revolutionsgarden, galt als Architekt der sogenannten Widerstandsachse, eines Netzwerks militanter Gruppen im Kampf gegen Israel. In der Folge von Soleimanis Tötung griff der Iran einen US-Stützpunkt im Irak mit Raketen an. Beide Länder bewegten sich an den Rand eines Krieges. Langfristig verankerte sich ein tiefer Rachegedanke innerhalb der Revolutionsgarden, der direkte diplomatische Gespräche für Jahre unmöglich machte.

2024: Angebliches iranisches Mordkomplott gegen Trump

Das US-Justizministerium warf dem Iran im November 2024 vor, die Ermordung Trumps geplant zu haben. Der Iran wies diese Vorwürfe vehement zurück. In den USA wurde in der Folge Anklage gegen mehrere Verdächtige erhoben, was die bereits angespannten Beziehungen weiter verschärfte.

Juni 2025: Beteiligung am israelischen Krieg gegen iranische Atomanlagen

Israel führte im Juni 2025 zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind Iran und bombardierte militärische und zivile Ziele in weiten Landesteilen. Die USA stiegen an der Seite Israels in den Krieg ein und bombardierten drei wichtige iranische Nuklearanlagen. Israels Angriff erfolgte nur einen Tag vor einer geplanten Runde weiterer Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über Irans Atomprogramm. Der Iran reagierte mit massivem Raketenbeschuss israelischer Städte, darunter Tel Aviv.

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2019-2026: Vergebliche Bemühungen um Deeskalation

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Hoffnungen auf eine nachhaltige Deeskalation, die jedoch stets vergeblich blieben. So hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den damaligen iranischen Außenminister Mohammad Dschawad Sarif 2019 zum G7-Gipfel in Biarritz eingeladen, doch ein Treffen mit Trump kam nicht zustande. Auch in den darauffolgenden Jahren gab es diplomatische Bemühungen, etwa nach dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden 2021 und mit der Wiederaufnahme indirekter Gespräche in Wien für ein neues Abkommen. Doch die Verhandlungen kamen ins Stocken, unter anderem durch die iranische Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg und die brutale Niederschlagung von Protesten im Iran 2022. Zuletzt lag die Hoffnung auf Gesprächen zwischen Washington und Teheran über das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollten verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt, während die iranische Regierung entsprechende Absichten bestritt, sich jedoch bereit zeigte, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug forderte Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.

2026: Eskalation auf neuem Höhepunkt

Der Konflikt eskalierte erneut, als Israel und die USA am Samstagmorgen koordinierte Luft- und Raketenangriffe auf Ziele im Iran begannen. Teheran meldete daraufhin Gegenangriffe auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Bei diesen Angriffen wurde nach Angaben Trumps auch der Religionsführer Chamenei getötet, wofür aus dem Iran zunächst keine Bestätigung vorlag. Diese jüngste Eskalation unterstreicht die tiefe Krise in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran, die seit Jahren von Misstrauen und Konfrontation geprägt sind.