AfD-Chef Chrupalla rechnet bei Markus Lanz mit US-Präsident Trump ab
In der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" hat AfD-Parteichef Tino Chrupalla eine scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump geäußert. Der 50-jährige Politiker zeigte sich tief enttäuscht von der amerikanischen Außenpolitik und warf dem Republikaner vor, seine Wahlversprechen gebrochen zu haben.
"Maßlose Enttäuschung" über Trumps Kriegsführung
Chrupalla betonte mit deutlichen Worten: "Ich bin maßlos enttäuscht von Donald Trump, was seine Wahlversprechen angeht." Der AfD-Vorsitzende, der eigens zur Amtseinführung Trumps im Januar 2025 in die USA gereist war, hatte ursprünglich gehofft, der US-Präsident würde Kriege beenden. Stattdessen stehe die Weltgemeinschaft nun an der Schwelle eines möglichen Dritten Weltkriegs.
Der Politiker kritisierte insbesondere die amerikanische Strategie im Iran-Konflikt: "Bei diesem ganzen völkerrechtswidrigen Krieg sehe ich keine Exit-Strategie, überhaupt keine Strategie." Chrupalla machte deutlich, dass er diese Wortbrüche dem amerikanischen Präsidenten übelnehme - ebenso wie vermutlich das amerikanische Volk.
Kriegsverbrechen-Vorwürfe und innerparteiliche Differenzen
In seiner scharfen Analyse beschuldigte Chrupalla sowohl die USA als auch Israel, Kriegsverbrechen im Iran zu begehen. Seiner Überzeugung nach wurden "die Amerikaner von Israel in diesen Krieg hineingezogen", was zu einem gefährlichen "Riesen-Flächenbrand" geführt habe.
Besonders brisant: Mit seiner Position geht der AfD-Chef auf deutliche Distanz zu eigenen Parteikollegen. Während Chrupalla die US-Politik scharf kritisiert, hatte Markus Frohnmaier, Außenpolitik-Sprecher der AfD-Fraktion, die amerikanischen Angriffe noch für ihre "chirurgische Präzision und klare Zielorientierung" gelobt. Frohnmaier, der als Spitzenkandidat in Baden-Württemberg antrat, war sogar wenige Tage vor der Wahl in die USA gereist, um sich mit Trumps Republikanern zu treffen.
Forderung nach Erklärungen und klarer Linie
Chrupalla forderte, dass Trump nun "den Wählern seine Linie erklären" müsse. Der AfD-Chef positionierte sich damit deutlich gegen die aktuelle US-Regierung und markierte einen außenpolitischen Kurswechsel innerhalb seiner Partei. Seine deutlichen Worte bei Markus Lanz zeigen, wie tief die Enttäuschung über die amerikanische Kriegsführung im Iran-Konflikt sitzt.
Die kontroverse Diskussion verdeutlicht nicht nur die wachsenden Spannungen in der internationalen Politik, sondern auch die innerparteilichen Differenzen innerhalb der AfD in Bezug auf die Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten und deren Präsidenten.



