Clinton fordert Eid-Aussage von Trump zu Epstein-Verbindungen
In einer Befragung vor einem US-Kongressausschuss hat Hillary Clinton jegliche Kenntnisse über die Aktivitäten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein bestritten. Stattdessen richtete die ehemalige Außenministerin den Fokus auf den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump und forderte, dass dieser unter Eid zu den zahlreichen Erwähnungen in den Epstein-Akten aussagen soll.
„Ich kann mich nicht erinnern, Epstein je begegnet zu sein“
In ihrer Eröffnungsrede vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, die sie auf der Plattform X veröffentlichte, erklärte Clinton deutlich: „Ich kann mich nicht daran erinnern, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie mit seinem Flugzeug geflogen und habe nie seine Insel, seine Häuser oder seine Büros besucht.“ Sie betonte, dass sie den Ermittlungen keine weiteren Informationen hinzufügen könne.
Die Clintons hatten eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss zunächst verweigert, wobei ihre Anwälte darauf verwiesen, dass das Paar bereits alle verfügbaren Informationen übermittelt habe. Nach Drohungen der Republikaner mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses lenkten Bill und Hillary Clinton schließlich ein.
Untersuchung als „parteiisches politisches Theater“ kritisiert
Hillary Clinton bezeichnete die monatelange Untersuchung des Ausschusses zu Jeffrey Epstein als „parteiisches politisches Theater“. Ihrer Ansicht nach handle es sich nicht um eine Suche nach Wahrheit, Transparenz oder Rechenschaftspflicht, sondern sie sei gezwungen worden auszusagen, obwohl die Ausschussmitglieder genau wüssten, dass sie keine relevanten Kenntnisse besitze.
Clinton warf den republikanischen Abgeordneten vor, die Untersuchung in einer Weise durchzuführen, die darauf abziele, „eine politische Partei und einen Amtsträger zu schützen“. Sie argumentierte, dass der Fokus stattdessen auf Donald Trump liegen sollte, der in den Epstein-Akten zehntausende Male erwähnt werde. Wenn Transparenz wirklich das Ziel wäre, würde der Ausschuss die vollständige Veröffentlichung aller Akten sicherstellen.
Weitere Aussagen und fehlende Dokumente
Der Ehemann von Hillary Clinton, der ehemalige Präsident Bill Clinton, soll am Freitag vor demselben Ausschuss vernommen werden. Die Befragungen finden in Chappaqua, New York, in der Nähe des Hauptwohnsitzes des Paares statt – allerdings hinter verschlossenen Türen, obwohl die Clintons eine öffentliche Anhörung gefordert hatten.
Das Justizministerium hatte jüngst weitere Akten veröffentlicht, doch in den Epstein-Papieren sollen unter anderem 50 Seiten fehlen. Dabei handelt es sich um FBI-Interviews mit einer Frau, die behauptet, als Minderjährige von Donald Trump missbraucht worden zu sein. Die unvollständige Dokumentation wirft weitere Fragen zur Transparenz der Ermittlungen auf.
Die politischen Spannungen rund um die Epstein-Untersuchung verdeutlichen die tiefen Gräben im US-Kongress und die instrumentalisierung sensibler Themen für parteipolitische Zwecke. Während die Republikaner die Verbindungen der Clintons zu Epstein untersuchen, fordern Demokraten wie Hillary Clinton eine umfassendere Aufklärung aller involvierten Personen, einschließlich des amtierenden Präsidenten.



