US-Demokraten bezweifeln Wexners Aussagen zu Epstein: Milliardär als "naiv" bezeichnet
Demokraten bezweifeln Wexners Epstein-Aussagen

US-Demokraten stellen Glaubwürdigkeit von Milliardär Wexner in Epstein-Affäre infrage

Die Demokraten im US-Kongress haben erhebliche Zweifel an den Aussagen des Milliardärs Leslie Wexner geäußert, der behauptet, keine enge Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gepflegt zu haben. Robert Garcia, der führende Vertreter des Aufsichtsausschusses, erklärte deutlich: "Ich glaube Herrn Wexner nicht, wenn er sagt, er habe keine persönliche oder freundschaftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt." Stattdessen forderte er, den Opfern Gehör zu schenken, die von direkten Verbindungen zwischen Epstein und Wexner berichtet hätten.

Milliardentransaktionen und Erinnerungslücken

Garcia verwies auf mehr als eine Milliarde Dollar, die der Unternehmer Epstein entweder überwiesen oder gegeben haben soll. Interessanterweise will Wexner von einem Großteil dieser Gelder angeblich nichts gewusst haben, was bei den Abgeordneten auf Unverständnis stieß. Der 88-jährige Milliardär war per Videoschalte von seinem Haus in New Albany, Ohio, vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses in Washington vernommen worden.

Politiker der oppositionellen Demokraten zeigten sich nach der Anhörung enttäuscht, da Wexner häufig auf Erinnerungslücken verwiesen und wenig neue Details geliefert habe. Garcia äußerte sich besonders verwundert darüber, dass Wexner nicht mit Epstein befreundet gewesen sein will, obwohl er zugab, auf beiden Inseln des Sexualstraftäters gewesen zu sein.

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Wexners zentrale Rolle in Epsteins Aufstieg

Der demokratische Abgeordnete betonte die fundamentale Bedeutung Wexners für Epsteins Karriere: "Ohne Wexner wäre Epstein nicht der wohlhabende Mann gewesen, der er war." Garcia führte konkret aus: Ohne den Unternehmer hätte es keine Epstein-Insel, kein Epstein-Flugzeug und kein Geld zum Verschleppen von Frauen und Mädchen gegeben.

Medienberichten zufolge hatte Wexner in einer schriftlichen Erklärung an das Aufsichtsgremium angegeben, auf Epstein hereingefallen zu sein. Aus dem Schriftstück, das unter anderem vom US-Sender CNBC und der New York Times zitiert wurde, geht hervor: "Ich war naiv, töricht und leichtgläubig, Jeffrey Epstein zu vertrauen."

Häufige Nennung in Epstein-Akten

Wexners Name taucht in den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten fast 200 Mal auf, wobei eine Nennung nicht automatisch ein Fehlverhalten bedeutet. Der Milliardär bezeichnete Epstein nun als "Betrüger" und beteuerte: "Auch wenn ich hereingelegt wurde, habe ich nichts Falsches getan und nichts zu verbergen." Er wies insbesondere Vorwürfe zurück, sexuellen Kontakt mit Epstein-Opfern gehabt zu haben.

Wexner hatte mit seinem Konzern L Brands zahlreiche US-amerikanische Marken groß gemacht, darunter Victoria's Secret, Bath & Body Works und Abercrombie & Fitch. Dem Unternehmer wurde schon vor Jahren eine frauenfeindliche und sexistische Unternehmenskultur vorgeworfen. Epstein kümmerte sich um die Finanzen des Milliardärs, und nach Angaben mehrerer Frauen gab sich der Finanzberater oft als Agent für Victoria's Secret aus, um sie als "Models" zu engagieren.

Hintergrund der Epstein-Affäre

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war erstmals 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen. Im August desselben Jahres wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden.

Die neuen Epstein-Akten schärfen das Bild eines Mannes, der die globalen Eliten miteinander vernetzte. Sein System basierte auf dem Handel mit Sex, Macht und Geld, wobei die Frage bleibt, warum so viele Reiche und Mächtige ihn trotz seiner Taten hofierten.

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