Deutschland zieht Personal aus Generalkonsulat in Erbil wegen Irankrieg ab
Das Auswärtige Amt hat aufgrund der eskalierenden Sicherheitslage im Irankrieg seine Mitarbeiter aus dem deutschen Generalkonsulat in der nordirakischen Stadt Erbil abgezogen. Diese Entscheidung bedeutet, dass die Belegschaften aller deutschen diplomatischen Vertretungen in Teheran, Bagdad und Erbil nun temporär außer Landes gebracht wurden, um sie vor den anhaltenden Gefahren zu schützen.
Abzug erfolgt im Rahmen von Außenministerbesuch
Die Mitarbeiter des Generalkonsulats in Erbil haben den Irak am Dienstag verlassen, wie aus Kreisen des Auswärtigen Amts während des Besuchs von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in der saudischen Hauptstadt Riad bekannt wurde. Der Minister befindet sich derzeit auf einer Reise durch mehrere vom Irankrieg betroffene Länder im Nahen Osten und der Golfregion und war zuvor in Israel zu Gesprächen.
Wadephul habe den vorübergehenden Abzug des Personals aus Erbil angeordnet, nachdem eine aktuelle Gefahreneinschätzung der Sicherheitslage vor Ort ergeben habe, dass der Schutz der Mitarbeiter nicht mehr gewährleistet werden könne. Das Auswärtige Amt betonte jedoch, dass die Erreichbarkeit des Generalkonsulats für deutsche Staatsbürger weiterhin sichergestellt sei, auch wenn das Personal temporär außer Landes ist.
Erbil im Fadenkreuz iranischer Angriffe
Die Stadt Erbil liegt im kurdisch dominierten Nordirak und ist seit dem Ausbruch des Irankriegs wiederholt Ziel iranischer Angriffe geworden. Erst in der vergangenen Nacht sollen iranische Streitkräfte nach Angaben des iranischen Staatssenders Irib, der sich auf die Revolutionswächter beruft, zahlreiche US-Ziele in Erbil attackiert haben. Diese anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen haben die Sicherheitslage in der gesamten Region erheblich verschlechtert.
Bereits am Montag war das Personal der deutschen Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad außer Landes gebracht worden, nachdem das Auswärtige Amt am Samstag zuvor auch die Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Teheran nach erneuten schweren Angriffen der USA und Israels auf Iran vorübergehend in Sicherheit gebracht hatte.
Bundeswehr hatte Personal bereits reduziert
Der Irak, der an Iran grenzt, beherbergt auch Soldaten der Bundeswehr, die das Land beim Aufbau seiner Armee unterstützen sollen. Bereits kurz vor Ausbruch des Irankriegs hatte die Bundeswehr aus Sorge vor einem eskalierenden Konflikt ihr Personal im Irak auf ein absolutes Minimum reduziert, um mögliche Gefahren für die deutschen Streitkräfte zu minimieren.
Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen die prekäre Sicherheitssituation in der gesamten Region, die durch den anhaltenden Irankrieg und die daraus resultierenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen Iran, den USA, Israel und verschiedenen regionalen Akteuren geprägt ist. Die temporäre Evakuierung deutscher Diplomaten aus drei wichtigen diplomatischen Vertretungen im Nahen Osten markiert eine signifikante Eskalation der deutschen Sicherheitsvorkehrungen in der Krisenregion.



