Epstein-Skandal: Videos der Clinton-Anhörungen jetzt öffentlich zugänglich
Washington • In einer bedeutenden Entwicklung im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat das US-Parlament die Videoaufnahmen der Befragungen von Bill Clinton und Hillary Clinton veröffentlicht. Die stundenlangen Anhörungen, die vergangene Woche stattfanden, sind nun online einsehbar und sollen zur politischen Aufarbeitung des Falls beitragen.
Unter Eid abgegebene Aussagen in Chappaqua
Die veröffentlichten Videos zeigen die unter Eid abgegebenen Aussagen des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und der früheren Außenministerin Hillary Clinton. Die Befragungen fanden im Chappaqua Performing Arts Center im US-Bundesstaat New York statt, wo das Ehepaar lebt. Beide betonten während ihrer Aussagen nachdrücklich, keine Kenntnis von Epsteins Straftaten gehabt zu haben.
Bill Clintons Name und Bilder von ihm tauchen in Dokumenten zu den Epstein-Ermittlungen auf. Es ist bekannt, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weißen Haus zu Gast war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Privatflugzeug reiste. Allerdings gelten Nennungen in den Ermittlungsakten allein nicht als Beleg für Fehlverhalten.
Politische Forderungen nach Transparenz
Die Veröffentlichung der Videoaufzeichnungen erfolgte nach politischem Druck. Demokratische Abgeordnete hatten zuletzt eine umfassende Freigabe aller Unterlagen zum Epstein-Skandal gefordert. Republikaner kündigten an, die Videoaufnahmen so schnell wie möglich zugänglich zu machen. Bislang wurden noch keine vollständigen schriftlichen Transkripte der Anhörungen veröffentlicht.
Die Befragungen fanden vor einem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses statt und sollten zur Aufklärung des Missbrauchsskandals um den Financier Jeffrey Epstein beitragen. Die jetzt öffentlich zugänglichen Videos bieten Einblicke in die Aussagen der Clintons hinter verschlossenen Türen.
Die politische Aufarbeitung des Epstein-Skandals bleibt ein kontroverses Thema in den USA, wobei die Veröffentlichung dieser Videoaufnahmen einen weiteren Schritt in Richtung Transparenz darstellt. Die Debatte über die vollständige Freigabe aller Dokumente und Transkripte wird voraussichtlich weitergehen.



