Erste Evakuierungsflüge bringen gestrandete Deutsche aus Nahost zurück
Erleichterung für Hunderte deutsche Urlauber, die infolge des Iran-Krieges im Nahen Osten festsaßen: Am Morgen landete der erste offizielle Evakuierungsflug der Bundesregierung am Frankfurter Flughafen. Die Lufthansa-Maschine LH345 kam aus Maskat, der Hauptstadt des Oman, mit mehr als 250 Personen an Bord. Diese waren zuvor über Landwege in den Oman gebracht worden, nachdem sie durch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran in der Golfregion gestrandet waren.
Weitere Rückholaktionen und Kreuzfahrtschiffe im Fokus
Außenminister Johann Wadephul von der CDU kündigte bei einem Treffen in Berlin weitere Evakuierungsmaßnahmen an. Heute und morgen sollen zwei zusätzliche Flüge mit ähnlicher Kapazität aus Maskat folgen. Zudem ermöglicht die Bundesregierung heute zunächst 500 Kreuzfahrtgästen die Ausreise aus der Krisenregion. Die Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von Tui Cruises, mit einer Gesamtkapazität für über 5.000 Reisende, liegen aufgrund des Konflikts fest. Wadephul betonte, dass prioritär besonders vulnerable Gruppen wie Schwangere, Kranke und Kinder ausgewählt werden.
Insgesamt sind schätzungsweise rund 30.000 deutsche Touristinnen und Touristen in der Region gestrandet. Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck daran, sie sicher zurückzubringen. Reisende, die mit den gecharterten Flügen zurückkehren, müssen sich mit einer Pauschale von 500 Euro an den Kosten beteiligen.
Kommerzieller Flugverkehr zeigt erste Entspannung
Wadephul zeigte sich optimistisch, dass die Ausreisekapazitäten zunehmen. Er verwies auf eine gewisse Entspannung im kommerziellen Flugverkehr: Allein heute sollten aus Dubai und Abu Dhabi, wo sich der Großteil der deutschen Urlauber aufhält, etwa 250 kommerzielle Flüge in alle Welt starten, darunter über 60 nach Europa und einige nach Deutschland. Qatar Airways kündigte begrenzte Hilfsflüge an, etwa von Riad nach Frankfurt oder von Maskat nach Berlin.
Der Lufthansa-Konzern bleibt jedoch vorsichtig und hat Flüge ins Krisengebiet vorerst ausgesetzt. Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam in Saudi-Arabien sind bis einschließlich 10. März gestrichen, nach Amman und Erbil bis 15. März, nach Tel Aviv bis 22. März, nach Beirut bis 28. März und nach Teheran mindestens bis 30. April. Lediglich Flüge nach Larnaca auf Zypern werden ab Samstag wieder aufgenommen.
Emotionale Wiedervereinigungen am Flughafen
Am Frankfurter Flughafen spielten sich bewegende Szenen ab, als die Evakuierungsmaschine mit fast zwei Stunden Verspätung landete. Eltern und Kinder fielen sich in die Arme, die Erleichterung war greifbar. Eine der Rückkehrerinnen, die 28-jährige Francesca Matić aus Bad Kreuznach, die nach einem Urlaub in Sri Lanka im Oman gestrandet war, sagte: „Man wollte trotzdem einfach nur nach Hause.“ Seit den Angriffen am Wochenende hatten viele Reisende an Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen in der Golfregion festgesessen.
Das Auswärtige Amt prüft fortlaufend weitere Unterstützungsangebote, um allen Betroffenen zu helfen. Die erfolgreiche erste Rückholaktion gibt Anlass zur Hoffnung, dass weitere Deutsche bald sicher zurückkehren können.



