Eskalation im Nahen Osten: Raketen- und Drohnenangriffe erschüttern die Region
Der Nahe Osten wird von einer Welle der Gewalt heimgesucht. Nach einem Angriff auf Iran am frühen Samstagmorgen haben sich die Kämpfe auf zahlreiche Länder der Region ausgeweitet. Aus Israel, Kuwait, Katar, Jordanien und anderen Staaten werden Raketen- oder Drohnenangriffe gemeldet, die teilweise zu Opfern und erheblichen Schäden geführt haben. Viele dieser Berichte sind derzeit noch nicht unabhängig überprüfbar, doch die Lage bleibt angespannt.
Angriffe auf Iran und Vergeltungsschläge
In Iran wurden Angriffe in mehreren Landesteilen gemeldet, mit einem Schwerpunkt auf der Hauptstadt Teheran und deren Umland. Weitere betroffene Gebiete umfassen die Industriestadt Marand im Norden, Militäreinrichtungen in Snanadaj im Westen und Isfahan im Zentraliran. Besonders schwerwiegend sind Berichte aus Zahedan, wo die Attacken besonders heftig gewesen sein sollen, sowie aus Orten am Persischen Golf wie Bushehr und Minab. In Minab soll beim Angriff auf eine Mädchenschule bis zu 90 Kindern das Leben genommen worden sein.
Irans Vergeltungsschläge richteten sich hauptsächlich gegen mit den USA verbündete Staaten. Viele Geschosse wurden abgefangen, doch andere erreichten ihre Ziele, wie Explosionsberichte aus mehreren Ländern belegen.
Israel: Raketenalarm und Verletzte
In Israel gab es den ganzen Samstag über im ganzen Land Raketenalarm. Explosionen wurden aus Jerusalem gemeldet, während der Iron Dome Flugkörper in Tel Aviv und Haifa abschoss. Der israelische Rettungsdienst meldete Personenschäden: Ein Mann wurde bei einer Explosion im Norden leicht verletzt, ein Jugendlicher erlitt Beinverletzungen. Zuvor hatten Rettungskräfte mehrere Menschen versorgt, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzt hatten oder Panikattacken erlitten.
Angriffe auf Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate
Am internationalen Flughafen von Kuwait verletzte eine Drohne mehrere Mitarbeiter leicht und verursachte Sachschäden. Videos zeigen Trümmer und ein brennendes Flughafendach. Die kuwaitischen Streitkräfte fingen ballistische Raketen ab, die auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem abgefeuert wurden. Iran hatte diesen Angriff bestätigt. Kuwait beherbergt rund 13.500 US-Truppen und dient als wichtiges Logistik-Drehkreuz.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde bei einem mutmaßlich iranischen Angriff ein Zivilist getötet. Das Todesopfer, ein asiatischer Staatsbürger, starb in Abu Dhabi durch herunterfallende Raketenteile. Augenzeugen berichteten von Rauch über dem Militärstützpunkt Dhafra, der von US- und französischen Streitkräften genutzt wird. Die Behörden hatten zuvor das Abfangen iranischer Raketen bekannt gegeben und den Luftraum vorübergehend geschlossen.
Weitere betroffene Länder und Reaktionen
- Jordanien: Meldet einen Angriff auf die Muwaffaq Salti Air Base in Azraq mit Explosion und Rauchentwicklung. In Amman wurde Luftalarm ausgelöst.
- Syrien: In Suwaida sollen Teile einer iranischen Rakete abgestürzt sein, wobei fünf Tote gemeldet wurden. Eine weitere Rakete stürzte im Westen des Landes ab, nachdem sie von israelischer Flugabwehr getroffen wurde.
- Bahrain: Das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in Manama wurde durch einen Raketenangriff getroffen. Schulen und Universitäten bleiben geschlossen, die US-Botschaft ist am Sonntag nicht geöffnet.
- Saudi-Arabien: In Riad wurden Explosionen gehört. Das Außenministerium verurteilte die iranischen Angriffe und kündigte Verteidigungsmaßnahmen an.
- Katar: Das Verteidigungsministerium teilte mit, mehrere Angriffe abgewehrt zu haben, und sperrte den Luftraum sowie den Schiffsverkehr.
- Irak: Die US-geführte Koalition fing Drohnen und Raketen über Erbil ab. Es gab Explosionen nahe dem US-Konsulat und einen Angriff auf einen Stützpunkt proiranischer Gruppen im Süden.
Internationale Solidarität und Drohungen
Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman telefonierte mit den Staatschefs der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Katars, Kuwaits und Jordaniens, um Solidarität und Unterstützung zuzusichern. Mehrere Staaten, darunter Katar und Saudi-Arabien, drohten mit Vergeltung für die iranischen Angriffe, was die Gefahr einer weiteren Eskalation unterstreicht. Die Lage im Nahen Osten bleibt kritisch, während die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen mit Sorge verfolgt.



