Der frühere Leiter des britischen Brexit-Ministeriums, Philip Rycroft, hat sich für einen Wiedereintritt Großbritanniens in die Europäische Union ausgesprochen. In einem Beitrag für die Times und gegenüber dem Guardian erklärte Rycroft, dass eine nüchterne Einschätzung der nationalen Interessen zu dem Schluss führe, dass das Land einen Beitritt zur EU anstreben sollte. Er warnte jedoch, dass dies ein langer und steiniger Weg werden könnte.
Brexit-Versprechen nicht eingehalten
Rycroft, der das Brexit-Ministerium mehrere Jahre leitete, kritisierte, dass die zentralen Versprechen der Brexit-Kampagne nicht erfüllt worden seien. Insbesondere das versprochene umfassende Handelsabkommen mit den USA sei ein unerreichbarer Traum geblieben. Auch wirtschaftlich habe der Brexit nicht die erhofften Erfolge gebracht. Die meisten Analysen deuteten auf einen erheblichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts hin, so Rycroft. Niemand könne glaubhaft behaupten, dass Großbritannien infolge des Brexits in sonnige Höhen eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums vorgestoßen sei.
Geopolitische Lage erfordert europäische Solidarität
Angesichts des russischen Angriffskriegs und des zunehmenden Rückzugs der USA sei es unerlässlich, auf die Solidarität mit Freunden und Nachbarn in Europa zu setzen, um die eigene Verteidigung zu sichern. Die Nachkriegsgewissheiten, die die Sicherheit Großbritanniens untermauerten, bröckelten sichtbar. Großbritannien war am 31. Januar 2020 aus der EU ausgetreten. Der Brexit habe die Briten ärmer gemacht, so die Bilanz vieler Experten.



