Nigel Farage droht Ärger: Millionenspende verschwiegen?
Farage: Millionenspende nicht gemeldet?

London – Wenige Tage nach seinem großen Wahlerfolg gerät Brexit-Brite Nigel Farage (62) plötzlich unter Druck. Der Ethikausschuss des britischen Parlaments hat laut einem Bericht des „Guardian“ eine Untersuchung gegen den Chef der Partei Reform UK eingeleitet. Der Vorwurf: Farage habe eine Spende von fünf Millionen Pfund (rund 5,7 Millionen Euro) an seine Partei nicht gemeldet. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen ihm sogar der Ausschluss von Wahlen.

Vorwurf: Spende nicht deklariert

Im Zentrum der Vorwürfe steht die Parlamentswahl 2024. Dem Bericht zufolge habe Farage zunächst gar nicht selbst kandidieren wollen. Nach einer Millionenspende mehrere Monate vor der Wahl soll er seine Meinung jedoch geändert haben. Hinter der Spende steckt wohl der thailändisch-britische Krypto-Magnat und Luftfahrunternehmer Christopher Harborne (63), der Farage in der Vergangenheit bereits häufiger finanziell unterstützt hatte. Die Statuten des britischen Parlaments sehen vor, dass jeder neue Abgeordnete „alle meldepflichtigen Einkünfte, die er in den zwölf Monaten vor seiner Wahl erhalten hat“, offenlegen muss.

Farage weist Vorwürfe zurück

In einer ersten Reaktion wies Farage die Vorwürfe vollumfänglich zurück. Zum Zeitpunkt des Spendenerhalts sei er kein Abgeordneter gewesen und daher auch nicht verpflichtet gewesen, die Spende zu deklarieren. Die Zahlung sei „rein privater Natur“ und „überhaupt nicht politisch“ gewesen. Das Geld habe es ihm ermöglichen sollen, „für den Rest seines Lebens seine (persönliche) Sicherheit zu gewährleisten“. Auch von Farages Partei kam Rückendeckung: Ein Sprecher erklärte, der Parteichef habe „stets deutlich gemacht, dass es sich um eine persönliche und bedingungslose Spende handelte und dass keine Regeln verletzt wurden“.

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Mögliche Sanktionen

Sollte die Untersuchung ergeben, dass Farage gegen die Regeln des Parlaments verstoßen hat, könnten ihm laut „Financial Times“ Sanktionen drohen. Im schlimmsten Fall könnte der Politiker suspendiert und Neuwahlen in seinem Wahlkreis ausgerufen werden. Vor wenigen Tagen hatte sich Farage als strahlender Sieger gezeigt. Die migrationskritische Reform UK Partei war als klar stärkste Kraft aus den Kommunalwahlen hervorgegangen. Landesweit gewann sie 1452 Sitze und räumte vor allem in traditionellen Hochburgen der sozialdemokratischen Labour-Partei richtig ab. Deren Parteichef, Premierminister Keir Starmer (63), steckt seither in einer handfesten Krise.

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