G7-Außenminister finden überraschend gemeinsame Linie zum Iran-Krieg
G7 finden überraschend gemeinsame Linie zum Iran-Krieg

G7-Außenminister finden überraschend gemeinsame Linie zum Iran-Krieg

Bei ihrem Treffen in der Nähe von Paris haben die Außenminister der G7-Staaten eine überraschende gemeinsame Position zum anhaltenden Iran-Krieg gefunden. Trotz vorheriger Kritik aus den Vereinigten Staaten an den europäischen Partnern gelang es den Diplomaten, eine einheitliche Erklärung zu verabschieden. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul betonte nach intensiven Gesprächen mit seinem amerikanischen Kollegen Marco Rubio die konstruktive Atmosphäre der Beratungen.

Konstruktive Stimmung trotz unterschiedlicher Anreisezeiten

Wadephul beschrieb die Gespräche mit Rubio als „ernsthaft“ und „gut“. Der CDU-Politiker stellte klar: „Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten.“ Interessanterweise war US-Außenminister Rubio im Gegensatz zu allen anderen Teilnehmern erst in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist. Dennoch charakterisierte Wadephul die Stimmung als freundschaftlich, konstruktiv und der Ernsthaftigkeit der sicherheitspolitischen Lage angemessen.

Gemeinsame Erklärung mit klaren Forderungen

Die überraschend veröffentlichte gemeinsame Erklärung der G7-Außenminister enthält mehrere zentrale Forderungen:

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  • Ein sofortiges Ende von Angriffen auf zivile Infrastruktur
  • Keine Rechtfertigung für vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten
  • Expliziter Schutz ziviler Energieinfrastruktur
  • Dauerhafte Wiederherstellung des freien Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, eine für den weltweiten Öl- und Gashandel immens wichtige Transportroute direkt vor der Küste des Irans, soll demnach sicher und gebührenfrei bleiben. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik fordert der Iran Schiffe in der Meerenge per Funk auf, diese nicht zu passieren.

Anzeichen für direkte Gespräche zwischen USA und Iran

Wadephul äußerte sich zuversichtlich über mögliche direkte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. „Es gibt erste Anzeichen, die zuversichtlich stimmen können, dass solche Gespräche stattfinden sollen“, erklärte der Bundesaußenminister. Er hatte bereits am Morgen im Deutschlandfunk von Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern beider Länder berichtet, das wohl „in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden“ solle.

Ukraine-Hilfe darf nicht nachlassen

Neben dem Iran-Krieg war der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ein zentrales Thema des G7-Treffens. Wadephul warnte eindringlich: „Es darf keine Abstriche geben, wenn es um die Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine geht.“ Der deutsche Außenminister betonte, dass Kremlchef Wladimir Putin hoffe, die Eskalation im Nahen Osten würde die internationale Aufmerksamkeit von seinen Verbrechen in der Ukraine ablenken. „Dieses Kalkül darf nicht aufgehen“, so Wadephul.

Weitere Themen des G7-Treffens

Die Außenminister diskutierten neben den Kriegen im Iran und der Ukraine auch andere wichtige globale Herausforderungen:

  1. Die Bekämpfung der internationalen Drogenkriminalität
  2. Fragen des Wiederaufbaus in Konfliktregionen
  3. Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Drucks auf Russland

Wadephul nahm dabei auch die USA in die Verantwortung, die erst kürzlich Sanktionen auf russische Öl-Lieferungen zeitweise gelockert hatten. „Das ist eine Aufgabe aller G7-Partner“, betonte der deutsche Außenminister. US-Außenminister Rubio hatte auf der Plattform X bekräftigt, dass US-Präsident Trump bestrebt sei, schnellstmöglich einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg zu finden.

Die „Gruppe der Sieben“ umfasst neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Das Treffen in Vaux-de-Cernay bei Paris markierte einen bedeutenden Schritt zur Wiederherstellung der außenpolitischen Einheit unter den wichtigsten westlichen Demokratien angesichts multipler globaler Krisen.

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