G7-Außenminister ringen mit US-Kollege Rubio um gemeinsame Iran-Strategie
G7 ringt mit USA um gemeinsame Iran-Linie

G7-Außenministertreffen: Ringen um gemeinsame Linie im Iran-Konflikt

Die Außenminister der wirtschaftsstarken Demokratien der G7 ringen beim Treffen in Frankreich intensiv mit ihrem amerikanischen Kollegen Marco Rubio um eine abgestimmte Strategie zur Beendigung des Iran-Krieges. Das hochrangige diplomatische Zusammentreffen in der früheren Abtei Vaux-de-Cernay im Pariser Umland markiert das erste formelle Gipfeltreffen der Außenminister seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen vor einem Monat.

Europäische Forderung nach Einbindung in US-Planungen

Bundesaußenminister Johann Wadephul von der CDU forderte im Vorfeld der Beratungen deutlich, dass europäische Interessen stärker berücksichtigt werden müssen. „Wir als Europäer müssen natürlich einbezogen werden jetzt in die Gedankenwelt der USA, wie dieser Krieg beendet werden kann“, erklärte Wadephul gegenüber dem Fernsehsender RTL. Der deutsche Minister betonte die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts auf Energiepreise und Handel in Europa.

Wadephul unterstrich die Dringlichkeit einer klaren Positionierung: „Deswegen müssen wir natürlich wissen, wann und unter welchen Bedingungen dieser Krieg beendet werden kann, wann die Ziele erreicht werden können.“ Diese europäische Perspektive wolle er beim G7-Treffen mit Nachdruck vertreten, wobei Deutschland letztlich Seite an Seite mit den USA und Israel stehe, da alle Beteiligten ein gemeinsames Interesse daran hätten, dass keine Gefahr mehr vom Iran ausgehe.

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US-Kritik an mangelnder NATO-Unterstützung

US-Außenminister Marco Rubio positionierte sich vor seinem Abflug zum G7-Treffen deutlich hinter die Kritik von Präsident Donald Trump an den NATO-Verbündeten. Rubio verwies darauf, dass die USA historisch stets um Hilfe in internationalen Konflikten gebeten worden seien und diese auch geleistet hätten. „Doch als man selbst um Unterstützung gebeten habe, habe man von der NATO keine positive Antwort bekommen“, so der amerikanische Außenminister.

Rubio verurteilte die Bedrohungen der globalen Schifffahrt durch den Iran als klaren Verstoß gegen das Völkerrecht. „All jene Länder, denen das Völkerrecht am Herzen liege, sollten etwas dagegen unternehmen“, forderte er und unterstrich damit die amerikanische Erwartungshaltung an die internationalen Partner.

Europäische Initiativen und Sicherheitsbedenken

Frankreichs Außenminister und G7-Gastgeber Jean-Noel Barrot ließ konkrete europäische Vorschläge für ein Kriegsende weitgehend offen, verwies jedoch auf französische Bemühungen zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Anders als von den USA gefordert, konzentriert sich der französische Ansatz dabei auf maritime Begleitmaßnahmen für die Zeit nach der heißen Kriegsphase.

Die europäischen Teilnehmer sehen eine hohe Eskalationsgefahr und betonen die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wies auf die russische Unterstützung für den Iran hin: „Wenn Amerika will, dass der Krieg im Mittleren Osten aufhört, dass Iran aufhört, sie anzugreifen, sollten sie auch Druck auf Russland ausüben, sodass die denen nicht dabei helfen können.“

Abgestimmtes Vorgehen gegenüber Russland gefordert

Bundesaußenminister Wadephul forderte bereits am ersten Tag des Treffens ein besser koordiniertes Vorgehen gegenüber Russland in Bezug auf den seit über vier Jahren andauernden Angriffskrieg auf die Ukraine. Europäische Interessen müssten bei den Verhandlungen über ein Kriegsende stärker berücksichtigt werden.

Der deutsche Minister kritisierte die zeitweise Lockerung von Sanktionen gegenüber russischen Öl-Lieferungen durch die USA als „auf jeden Fall eine falsche Maßnahme“. Für die europäische Seite geht es in den Gesprächen mit Rubio auch darum, klarzumachen, dass Druck auf die Ukraine zur Annahme russischer Territorialforderungen inakzeptabel sei.

Die G7-Staaten – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA – stehen vor der Herausforderung, mehr als nur formelhafte Kompromisse zu finden. Angesichts der komplexen geopolitischen Verflechtungen und unterschiedlichen Prioritäten bleibt unklar, ob sich eine wirklich gemeinsame Linie im Iran-Konflikt entwickeln lässt.

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