Israels Präsident rechtfertigt Militärschläge gegen iranische Öllager
Israels Staatspräsident Izchak Herzog hat die jüngsten Luftangriffe auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran ausführlich verteidigt. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung begründete er das umstrittene militärische Vorgehen damit, dass das gelagerte Öl vom iranischen Militär genutzt werde, um Terror-Operationen zu finanzieren.
Kriegsfinanzierung als zentrale Begründung
„Es handelt sich um Öl, das speziell vom Militär gelagert wird und das die iranische Regierung zur Finanzierung ihrer Kriegsmaschinerie einsetzt“, erklärte Herzog. „Indem wir diese Ressourcen angreifen, entziehen wir sie der Kriegsfinanzierung – sie werden nicht mehr zum Schmieren der eigenen Kriegsmaschinerie verfügbar sein.“
Am vergangenen Wochenende hatte die israelische Luftwaffe mehrere Öldepots in Teheran bombardiert und in Brand gesetzt. Internationale Experten warnten daraufhin vor massiven Umweltschäden, die sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen haben könnten. Die Weltgesundheitsorganisation äußerte Besorgnis über mögliche Kontaminationen von Lebensmitteln, Trinkwasser und Luft.
Zeitpunkt des Einsatzes und strategische Ziele
Herzog betonte, der israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Iran, der vor etwa anderthalb Wochen begann, sei höchste Zeit gewesen. „Hätten wir weiter gewartet, wären wir möglicherweise an einen Punkt gelangt, an dem die Situation irreversibel geworden wäre“, so der Präsident.
Einen konkreten Zeitplan für die Kriegsdauer nannte Herzog zwar nicht, äußerte sich aber zur strategischen Bedeutung: „Die Iraner verbreiten in der gesamten Region und weltweit Chaos und Terror. Wenn wir alles nur an einem Tachometer messen würden, kämen wir nicht voran. Wir müssen tief durchatmen und zum Endergebnis gelangen.“
Der israelische Präsident beschrieb die Eliminierung der iranischen Bedrohung als „Sauerstoff für Israel“: „Wenn diese Bedrohung beseitigt ist, kann das gesamte System in der Region plötzlich wieder atmen und sich weiterentwickeln. Das wäre fantastisch.“
Einschätzung zum Kriegsverlauf und internationale Reaktionen
Herzog äußerte die Erwartung, dass der aktuelle Konflikt „die gesamte Konfiguration des Nahen Ostens“ verändern werde. „Es handelt sich um einen zusammenhängenden Krieg, der am 7. Oktober 2023 begann“, sagte er. „Meiner Meinung nach erreichen wir möglicherweise das letzte Kapitel dieses Krieges.“
Der Einsatz gegen den Iran stelle „eine Lektion für die Welt“ dar, so Herzog weiter. Grausamkeit müsse mit erheblicher Anstrengung und Stärke begegnet werden.
Besonders lobte der israelische Präsident Bundeskanzler Merz für dessen „sehr starke und klare Worte an der Seite Israels“. Merz stehe „auch an der Seite Amerikas und der gesamten Koalition, die aktuell im Nahen Osten gegen den Iran kämpft“.



