Hormus-Blockade: Können Trump und Xi gemeinsam die Öl-Krise entschärfen?
Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges befindet sich die Weltwirtschaft in einem alarmierenden Zustand der Erschütterung. Die strategisch entscheidende Straße von Hormus, der weltweit bedeutendste Öl-Transportweg, ist vollständig blockiert. In der Folge explodieren die Preise für Öl und Erdgas in beispielloser Geschwindigkeit. Die entscheidende Frage lautet nun: Wie lange wird diese kritische Situation noch andauern? Die Vereinigten Staaten, die gesamte westliche Welt und auch die Volksrepublik China haben ein enormes gemeinsames Interesse daran, dass Öltanker die enge Meerenge im Persischen Golf bald wieder sicher passieren können.
Trumps Marine-Eskorte und Chinas wirtschaftliche Abhängigkeit
US-Präsident Donald Trump (79) hat als Reaktion auf die Krise den militärischen Begleitschutz durch die US-Marine angekündigt. „Falls erforderlich, wird die United States Navy so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, erklärte Trump entschlossen. „Unter allen Umständen werden die Vereinigten Staaten die freie Versorgung von Energie in der Welt sicherstellen.“ Auch der chinesische Staatschef Xi Jinping (72) dürfte mit großer Dringlichkeit auf ein rasches Ende der Blockade hoffen. Die wirtschaftliche Abhängigkeit ist enorm: China bezieht rund 40 Prozent seines gesamten Ölbedarfs direkt aus dem Iran. Umgekehrt liefert der Iran satte 87 Prozent seiner Ölexporte an den asiatischen Giganten.
Der renommierte Asien-Experte Adrian Geiges (65) analysiert die Lage: „Das iranische Regime ist auf die finanziellen Zahlungen aus China dringend angewiesen. Ausgerechnet der wirtschaftliche und politische Druck von Xi Jinping könnte daher der Schlüssel dazu sein, dass Irans Führung die Straße von Hormus wieder freigibt oder sogar auf einen umfassenden Deal mit Donald Trump eingeht.“ Diese Einschätzung wird von Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank unterstrichen: „Aufgrund der bereits schwachen Binnenkonjunktur in China darf sich Peking unter keinen Umständen noch eine zusätzliche Öl- und Gasknappheit leisten. Die wirtschaftlichen Folgen wären katastrophal.“
Pekings gefährliches Doppelspiel: Waffenhandel und Geheimdiplomatie
Die Situation wird jedoch durch ein gefährliches Doppelspiel Pekings weiter verkompliziert. Iran und China befinden sich in „sehr fortgeschrittenen Verhandlungen“ über einen umfangreichen Waffendeal. Teheran setzt dabei besonders auf die chinesische Überschallrakete CM-302, die als potenzieller „Flugzeugträger-Killer“ für die US-Marine im Golf gilt. Die dahinterstehende Strategie ist brandgefährlich: Während die chinesische Regierung offiziell alle Parteien zur Mäßigung und Deeskalation aufruft, sorgt sie gleichzeitig dafür, dass der Iran eine mögliche US-Seeblockade militärisch durchbrechen könnte.
Als mögliche Blaupause für ein solches Vorgehen dient ein Deal aus dem Jahr 2024 im Roten Meer. Damals durften chinesische Schiffe nach einer geheimen Vereinbarung mit den Huthi-Rebellen unbehelligt passieren, während westliche Frachter gezielt angegriffen wurden. Diese Taktik könnte sich nun wiederholen.
Plötzliche Annäherung an die USA – Taiwans Zukunft als Verhandlungsmasse?
Besonders brisant ist die aktuelle, ungewöhnliche Zurückhaltung Chinas gegenüber den USA. Anstelle der üblichen Schuldzuweisungen forderte Außenministeriums-Sprecherin Mao Ning lediglich „alle Parteien“ zur Mäßigung auf. Beim aktuellen Volkskongress in Peking ist sogar von einer „Vision, dass China und die USA Partner und Freunde sein sollten“ die Rede. Asien-Experte Geiges vermutet hinter dieser plötzlichen Kuschelei ein eiskaltes, strategisches Kalkül: „Pekings große, langfristige Hoffnung ist, dass Donald Trump China im Gegenzug für eine Kooperation in der Hormus-Frage bei Taiwan freie Hand gewährt.“
Die Analyse geht noch weiter: Wenn Trump seine militärische und diplomatische Munition im Iran-Konflikt verschießt, könnte Xi Jinping die Gelegenheit nutzen, um Taiwan „heim ins Reich“ zu holen. Geiges formuliert es knallhart: „Dafür ist die Kommunistische Partei Chinas durchaus bereit, einen Verbündeten wie das Mullah-Regime im Iran notfalls fallen zu lassen. Die nationale Einheit steht über allem.“ Die Blockade der Straße von Hormus entwickelt sich somit nicht nur zu einer wirtschaftlichen, sondern auch zu einer geopolitschen Zerreissprobe mit ungewissem Ausgang.



