Atomverhandlungen mit Iran: Trump skeptisch, Oman sieht Einigung in greifbarer Nähe
Die Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran nehmen eine kontroverse Wendung. Während der Vermittlerstaat Oman eine baldige Einigung für möglich hält, zeigt sich US-Präsident Donald Trump äußerst unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Gespräche. Die USA wollen mit aller Entschlossenheit verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt.
Trump kritisiert Verhalten des Iran
„Ich bin nicht glücklich darüber, wie sie sich verhalten“, sagte Trump in Washington über die iranische Verhandlungsführung. Der US-Präsident betonte erneut das klare Ziel der amerikanischen Regierung: „Wir wollen, dass der Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht.“ Trump kritisierte insbesondere, dass der Iran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. Das Land wolle „ein bisschen anreichern“, obwohl es dafür keine Notwendigkeit gebe. „Ich sage: keine Anreicherung, nicht 20 Prozent, 30 Prozent“, was der Iran für zivile Zwecke wolle.
Omans Außenminister sieht Fortschritte
Ganz anders stellt Omans Außenminister Badr al-Bussaidi die Situation dar. In einem Interview mit dem US-Sender CBS News erklärte er, es gebe bereits eine Einigung, dass der Iran nie über Nuklearmaterial zum Bau einer Atombombe verfügen werde. Dies sei der wichtigste Erfolg in den laufenden Verhandlungen. Nach Ansicht al-Bussaidis verliert das Argument der Urananreicherung an Bedeutung, „denn jetzt sprechen wir von null Lagerung“. Wenn man kein angereichertes Nuklearmaterial lagern könne, sei es „unmöglich, eine Bombe herzustellen“.
Zugang für Inspektoren und Raketenprogramm
Im Falle eines Abkommens würde der Iran nach den Worten des omanischen Außenministers der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vollen Zugang zu seinen Atomanlagen gewähren. Er sei ziemlich zuversichtlich, „dass auch US-Inspektoren irgendwann Zugang erhalten werden“. Bezüglich des umstrittenen iranischen Raketenprogramms sagte al-Bussaidi: „Ich glaube, dass der Iran offen ist, über alles zu diskutieren.“ Der Iran hatte bisher deutlich gemacht, dass eine Begrenzung des Raketenprogramms nicht verhandelbar sei.
Zeitplan und nächste Schritte
Der omanische Außenminister zeigte sich optimistisch bezüglich des Zeitplans. Man könne sich auf die wichtigsten Punkte schon „morgen“ einigen, während technische Details noch etwas Zeit in Anspruch nehmen würden. „Ich denke, innerhalb von drei Monaten wird alles bereit sein“, sagte er. Nach einem vorherigen Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance hatte er auf X geschrieben: „Der Frieden ist zum Greifen nah“. Er freue sich auf „weitere und entscheidende“ Fortschritte in den kommenden Tagen.
Trumps Ultimatum und militärische Drohungen
US-Präsident Trump betonte dagegen: „Sie wollen einen Deal machen, aber es muss ein Deal sein, der Sinn macht.“ Der US-Präsident hatte dem Iran kürzlich ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich“. Trump hat mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden. „Ich würde es aber lieber auf friedliche Weise machen. Aber sie sind sehr schwierige Leute ... sie sind sehr gefährliche Leute, sehr schwierige Leute“, sagte Trump. Es wäre netter, wenn ein Militäreinsatz nicht nötig sei, sagte er vor seinem Abflug nach Texas – „aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen.“
Verstärkte US-Militärpräsenz
Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt. Trump betonte, dass er das „stärkste Militär der Welt“ nicht gerne einsetzen wolle. Er verwies zudem darauf, dass er durchaus ein Risiko für einen länger währenden Konflikt im Nahen Osten infolge eines US-Angriffs sehe. „Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative.“ Eine abschließende Entscheidung über den weiteren Kurs habe er bislang nicht gefällt, sagte Trump.
Reisewarnung und regionale Spannungen
Sollten die USA im Iran angreifen, wird damit gerechnet, dass Teheran Ziele in Israel attackiert. Die Bundesregierung rät angesichts der angespannten Lage „dringend“ von Reisen nach Israel ab. Das Auswärtige Amt passte am Freitagabend seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land an. „Von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem wird dringend abgeraten“, heißt es auf der AA-Homepage. Israel befinde sich weiter „formell im Kriegszustand“.
US-Vorwürfe der Geiseldiplomatie
Die US-Regierung bezeichnet den Iran nun offiziell als „Staat, der unrechtmäßige Inhaftierungen betreibt“ (State Sponsor of Wrongful Detention). Außenminister Marco Rubio warf Teheran in einem X-Post zu der Entscheidung vor, seit Jahrzehnten unschuldige Ausländer – darunter US-Amerikaner – als politisches Druckmittel festzuhalten. Diese „abscheuliche Praxis“ der politischen Geiselnahme müsse beendet werden. Sollte die Islamische Republik ihr Vorgehen nicht ändern, könnten weitere Maßnahmen folgen, erklärte Rubio.
Nächste Verhandlungsrunden
Zuletzt verhandelten die USA und der Iran am Donnerstag. Am Montag sind laut Irans Außenminister Abbas Araghtschi zunächst „technische Gespräche“ in Wien geplant, wo die IAEA-Zentrale sitzt. Ob es danach zu einer weiteren, vierten Verhandlungsrunde beider Seiten kommt, ist noch unklar. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Spannung, während die diplomatischen Bemühungen und militärischen Drohungen parallel weitergehen.



