Iran droht bei neuen US-Angriffen mit Vergeltung und schließt Straße von Hormus
Iran droht bei US-Angriffen mit Vergeltung

Der Iran hat angesichts möglicher neuer US-Militärschläge mit Vergeltung gedroht. In einer seltenen Stellungnahme ließ der oberste Führer Modschtaba Chamenei erklären, das Land werde seine Atom- und Raketenkapazitäten entschlossen verteidigen. „Neunzig Millionen iranische Bürger im In- und Ausland betrachten alle Atom- und Raketenfähigkeiten als nationales Gut und werden sie wie ihre See-, Land- und Luftgrenzen schützen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Rede.

Drohungen gegen US-Präsenz am Persischen Golf

Zugleich wurden erneut Drohungen gegen die US-Streitkräfte am Persischen Golf ausgesprochen. „Außenstehende, die aus Tausenden Kilometern Entfernung kommen und dort Unruhe stiften, haben keinen Platz unter uns – außer auf dem Grund seiner Gewässer“, so die Botschaft. Seit seiner Ernennung zum obersten Führer ist Chamenei nicht öffentlich aufgetreten. Die US-Regierung behauptet, er sei verletzt, doch gibt es keine näheren Informationen.

Iranische Marine droht wegen US-Seeblockade

Die iranische Marine drohte den US-Truppen wegen der Seeblockade. Der Iran habe die Straße von Hormus geschlossen, zitierte der Sender Press TV den Marine-Chef Scharam Irani. „Sollten sie sich weiter nähern, werden wir unverzüglich operative Maßnahmen ergreifen“, sagte er mit Blick auf die US-Marine, die Schiffe daran hindert, iranische Häfen anzulaufen. Irani kündigte an, das Militär werde den Feind bald mit einer Waffe angreifen, „vor der er große Angst hat“. Welche Waffe gemeint ist, blieb offen. Bislang haben die USA nach eigenen Angaben 42 Schiffe gestoppt und den Iran um rund sechs Milliarden Dollar Öleinnahmen gebracht.

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Trump lässt sich über Militäroptionen informieren

Zwischen dem Iran und den USA gilt derzeit eine Waffenruhe, doch Verhandlungen stocken. US-Präsident Donald Trump sagte, es habe Fortschritte gegeben, aber keinen Durchbruch. Eine Einigung gebe es nur, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte. Das Portal „Axios“ berichtete, Trump lasse sich am Donnerstag vom Militär über neue Optionen informieren. Dies deute darauf hin, dass er über die Wiederaufnahme größerer Kampfeinsätze nachdenke – entweder um die festgefahrenen Verhandlungen zu durchbrechen oder um einen letzten Schlag zu versetzen. Wahrscheinlich würden auch zivile Infrastrukturziele ins Auge gefasst.

Experte warnt vor neuen US-Angriffen

Der Iran-Experte Danny Citrinowicz warnte auf X vor zu großen Erwartungen. „Es gibt keine schnelle militärische Lösung für das Iran-Problem.“ Washington suche vermutlich einen entscheidenden Schlag zur Kapitulation. „Das wird nicht funktionieren.“ Was 40 Tage andauernde Angriffe nicht erreicht hätten, werde sich nicht plötzlich durch Angriffe in der Straße von Hormus, Attentate oder Angriffe auf zivile Infrastruktur vollbringen lassen.

Rohölpreis auf höchstem Stand seit vier Jahren

In dieser unsicheren Lage stieg der Preis für Brent-Öl am Donnerstag auf den höchsten Stand seit über vier Jahren. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im Juni kostete 126,41 US-Dollar, ein Plus von sieben Prozent. So teuer war Brent zuletzt Anfang 2022. Am Nachmittag gab der Preis leicht nach. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Brent um mehr als 70 Prozent verteuert. Auch die US-Sorte WTI legte ähnlich zu.

US-Flugzeugträger soll abziehen

Der größte US-Flugzeugträger, die „USS Gerald R. Ford“, soll laut Medienberichten bald den Nahen Osten verlassen. In den kommenden Tagen werde er in Richtung USA aufbrechen, berichtete die „Washington Post“. Der monatelange Einsatz habe Spuren hinterlassen; das Schiff werde voraussichtlich umfangreiche Reparaturen durchlaufen. Die USA hatten ihre Präsenz erst jüngst mit der „USS George H.W. Bush“ aufgestockt. Erstmals seit 2003 seien damit drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz, hieß es vom Regionalkommando Centcom.

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