Wiedereröffnung des Wittumspalais nach Sanierung
Das Wittumspalais in Weimar, einst barocker Stadtwohnsitz von Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach, ist nach zehnmonatiger Sanierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die zum Unesco-Welterbe zählende Residenz im Zentrum Weimars war aufgrund umfangreicher Bauarbeiten geschlossen. Das Gebäude diente der Herzogin als Witwensitz und war zu ihren Lebzeiten ein Zentrum des gesellschaftlichen und literarischen Lebens.
Bürgerfest und Ausstellungen
Die Klassik Stiftung Weimar feiert die Wiedereröffnung mit einem zweitägigen Bürgerfest bis zum 1. Mai bei freiem Eintritt. Zudem werden zwei Ausstellungen eröffnet, die sich mit der für Weimar prägenden Herzogin befassen. Anna Amalia (1739-1807) kaufte das Palais 1774, nachdem ein Feuer das Residenzschloss unbewohnbar gemacht hatte. In dem sogenannten „Witwen-Schlösschen“ lebte die früh verwitwete Herzogin bis zu ihrem Tod. Berühmte Persönlichkeiten der Weimarer Klassik, darunter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), trafen sich dort zum Gedankenaustausch.
Die Ausstellung „Das wahre Gesicht der Anna Amalia“
Im Wittumspalais selbst ist bis zum 13. September die Ausstellung „Das wahre Gesicht der Anna Amalia – eine verborgene Malerei der Barbara Rosina de Gasc“ zu sehen. Sie beleuchtet das Leben der Herzogin. Höhepunkt ist ein frisch restauriertes, lebensgroßes Gemälde von Anna Amalia und ihren Söhnen, das nach Angaben der Stiftung in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist.
Präsentation in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek können Besucher bis zum 30. Oktober im umgestalteten Studienzentrum die Präsentation „Öffentlich machen! Das ABC der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“ erleben. Sie zeigt, wie sich aus der einst herzoglichen Büchersammlung eine öffentliche Kultur- und Forschungsinstitution entwickelte, die Wissen und Austausch ermöglicht.
Sanierungsmaßnahmen und Kosten
Die Sanierung des Wittumspalais umfasste die statische Sicherung des Stadtschlosses und die Rückkehr der Fassade zu ihrem hell-beigen Farbton, den sie nach restauratorischen Untersuchungen um 1800 trug. Im Festsaal werden noch historische Malereien restauriert, daher bleibt dieser Bereich vorerst geschlossen, soll aber im Laufe des Jahres geöffnet werden. Die Baumaßnahmen kosteten laut Stiftung rund eine Million Euro.



