Iran-Krieg: Neue Gespräche ungewiss - Teheran droht mit 'Hölle' für USA und Israel
Iran droht mit 'Hölle' - Gespräche mit USA ungewiss

Iran-Konflikt: Gesprächsbereitschaft unklar - Teheran droht mit Kriegsrückkehr

Die Lage im Iran-Konflikt bleibt angespannt: Kurz vor dem Auslaufen der 14-tägigen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist eine Fortsetzung der Verhandlungen völlig ungewiss. Die Feuerpause läuft in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Zeit ab, doch sowohl von amerikanischer als auch von iranischer Seite fehlen eindeutige Signale für Dialogbereitschaft.

US-Vizepräsident bereit für Islamabad-Reise - aber ohne Bestätigung

Nach Medienangaben soll sich US-Vizepräsident JD Vance für eine Reise in die pakistanische Hauptstadt Islamabad bereithalten, um dort mögliche Gespräche zu führen. Eine offizielle Bestätigung dieser Reisepläne gab es jedoch zunächst nicht. Auch von iranischer Seite fehlten klare Signale, ob Teheran überhaupt zu neuen Verhandlungen bereit ist.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran unterdessen vorgeworfen, die Waffenruhe wiederholt missachtet zu haben. In einem Post auf Truth Social schrieb Trump: „Der Iran hat die Waffenruhe mehrfach verletzt!“ Details zu diesen angeblichen Verstößen nannte der US-Präsident nicht. Trump hatte zuvor erklärt, er halte eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran für „sehr unwahrscheinlich“, sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben.

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Irans Militär droht mit 'Hölle' für USA und Israel

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden, berichtete, das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine „Hölle“ für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es in der Meldung.

Die iranische Justiz vollstreckte unterdessen ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee in Teheran in Brand gesetzt zu haben.

Bundesregierung fordert Iran zu Dialog auf

Im Tauziehen um ein neues Treffen fordert die Bundesregierung von Teheran ein Eingehen auf das Gesprächsangebot der USA. Außenminister Johann Wadephul sagte am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg: „Wir rufen den Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln.“ Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die der Iran im Interesse der eigenen Bevölkerung ergreifen sollte.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gab sich dem Sender Fox News gegenüber zuversichtlich, dass die USA ein „wirklich gutes Abkommen“ schließen würden. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter.

US-Seeblockade als zentrale Hürde

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, eine Teilnahme an dem „von den USA inszenierten Schauspiel“ sei unter anderem an die Aufhebung der Seeblockade in der Straße von Hormus gebunden. Auch aus pakistanischen Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass die US-Seeblockade zurzeit eine zentrale Hürde für neue Verhandlungen ist.

Am Wochenende hatte der Konflikt um die Straße von Hormus die Spannungen verschärft. Der Iran verkündete am Freitag die Öffnung der Meerenge, nahm diese aber am Samstag wieder zurück. Nach Angaben des US-Militärs haben die USA seit Beginn ihrer eigenen Blockade inzwischen 27 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in einen iranischen Hafen zurückzukehren.

Drohungen am Kriegsschauplatz Libanon

Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde „mit seinem Kopf bezahlen“, sagte Katz nach Medienberichten.

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Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte der Minister nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“. Die Hisbollah habe Israel „im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen“ und werde dafür den Preis zahlen. Die Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon werden laut einem Sprecher des US-Außenministeriums am Donnerstag in Washington fortgesetzt.

Deutscher Sicherheitsrat sieht keine Treibstoff-Notlage

In Deutschland hat sich unterdessen der Nationale Sicherheitsrat mit der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass es derzeit keine Versorgungsnotlage für Treibstoff gibt. Die Vorräte gerade an Kerosin seien als „für eine absehbare Zeit“ ausreichend erachtet worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen.

Es gebe außerdem „Raffinerieoptionen“, die eine schnelle Reaktion auf mögliche Lücken ermöglichten, hieß es nach der Sitzung, die bereits am Montagabend stattfand. Wegen der verfahrenen Lage insbesondere in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus waren die Ölpreise zuletzt wieder deutlich gestiegen. Auch in den USA ist Tanken so teuer wie seit Jahren nicht - im Wahljahr ein heikles Thema für Trump.

Der US-Präsident demonstrierte dennoch Gelassenheit: Er stehe unter keinerlei Druck, einen Deal zu erzielen, schrieb er auf Truth Social. Im Fall des Ablaufens der Waffenruhe hatte Trump erneut mit zerstörerischen Angriffen gedroht.