US-Sondergesandter rechnet mit Iran-Gesprächen noch in dieser Woche
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat erklärt, dass Gespräche mit dem Iran zur Beendigung des Krieges noch in dieser Woche möglich seien. In einer Stellungnahme im US-Bundesstaat Florida betonte Witkoff, man erwarte eine Antwort auf den 15-Punkte-Plan der USA, der dem Iran bereits vorliege. Dieser Plan sieht unter anderem vor, dass der Iran seine Bestände an angereichertem Uran abgeben muss. Teheran hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seine Antwort bereits vor wenigen Tagen übermittelt, wobei laut einer informierten Quelle der Iran ein Ende aller Kampfhandlungen an allen Fronten fordert, einschließlich im Libanon und Irak.
Gegenseitige Angriffe und Verletzte US-Soldaten
Während die diplomatischen Bemühungen laufen, gehen die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert weiter. Nach einem Bericht des Wall Street Journals wurden zwölf US-Einsatzkräfte bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien verletzt. Die Soldaten befanden sich in einem Gebäude auf der Prince Sultan Airbase, das bei der Bombardierung getroffen wurde. Der Stützpunkt, der auch vom US-Militär genutzt wird, war seit Kriegsbeginn wiederholt Ziel von Angriffen, wobei auch amerikanische Tankflugzeuge beschädigt wurden.
Weitere Angriffe wurden aus der Region gemeldet: Israel griff nach Armeeangaben "Terrorziele" in Teheran an, während der Iran Raketen und Drohnen auf die Golfstaaten und Israel abfeuerte. In Zentralisrael starb ein älterer Mann nach einem Raketenangriff, und es gab mehrere Leichtverletzte. Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien meldeten die Abwehr von Drohnen und Raketen.
Angriffe nahe Atomkraftwerk Buschehr
Zum dritten Mal innerhalb von zehn Tagen wurde ein Angriff in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr gemeldet. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte, dass weder Schäden am Reaktor noch eine Freisetzung von Strahlung festgestellt wurden. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden. Die Atomanlage Buschehr, das einzige iranische Kernkraftwerk, liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Die USA und Israel betonen, ein Kriegsziel sei es, zu verhindern, dass der Iran jemals Atomwaffen erlangt, was Teheran bestreitet.
Diplomatischer Konflikt zwischen Merz und Trump
US-Präsident Donald Trump kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz scharf für die ausbleibende deutsche Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus, einer wichtigen Meerenge für den weltweiten Ölhandel. Trump äußerte sich bei einem Kongress in Miami, Florida, und warf Merz vor, mit der Aussage "Das ist nicht unser Krieg" die Unterstützung zu verweigern. Der Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), und Merz hatte sich ähnlich bei einem Besuch in Norwegen geäußert.
Merz konterte auf dem "F.A.Z.-Kongress 2026" mit scharfer Kritik an Trumps Agieren: "Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang." Er betonte, dass diese Eskalationen nicht nur für die Betroffenen, sondern für alle bedrohlich seien. Trump hatte zuvor die Nato-Verbündeten, einschließlich Deutschland, für ihre mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg attackiert und die Zukunft der US-Hilfe für das Bündnis infrage gestellt.
US-Außenminister Rubio zu militärischen Zielen
US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich optimistisch über die Erreichung der US-Ziele im Iran-Krieg ohne den Einsatz von Bodentruppen. Nach Gesprächen der G7-Außenminister in Paris sagte er, das Militär liege vor dem Zeitplan und könne die Ziele in wenigen Wochen, nicht Monaten, erreichen. Rubio schloss einen Bodentruppeneinsatz nicht kategorisch aus, betonte aber, dass die USA sich Flexibilität vorbehalten, um Präsident Trump maximale Handlungsfreiheit zu geben.
Insgesamt bleibt die Lage im Iran-Krieg angespannt, mit laufenden diplomatischen Initiativen, anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen und zunehmenden Spannungen zwischen den USA und ihren Verbündeten. Die Entwicklung dieser Woche wird entscheidend sein für den weiteren Verlauf des Konflikts.



