Iran-Krieg eskaliert weiter: Militärische Offensive treibt Ölpreise in die Höhe
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran zeigt keine Anzeichen einer Deeskalation. Im Gegenteil: Washington und Tel Aviv haben ihre Militärschläge gegen die Islamische Republik in den letzten Tagen deutlich intensiviert. Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt, wo die Ölpreise aufgrund von Versorgungsängsten bereits die Marke von 90 US-Dollar je Barrel überschritten haben.
Massive Luftangriffe und iranische Vergeltung
US-Finanzminister Scott Bessent kündigte gegenüber dem Sender Fox Business das „schwerste Bombardement“ für die Nacht zum Samstag an. Parallel dazu flog die israelische Luftwaffe laut Armeeangaben eine weitere breite Angriffswelle gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran. Als Reaktion darauf griff der Iran Israel erneut mit Raketen an, die jedoch abgefangen wurden.
Die iranischen staatlichen Medien verbreiteten nach den jüngsten Angriffen Aufnahmen von gewaltigen Bränden am Flughafen Mehrabad in Teheran. Zudem versuchte der Iran laut Angaben des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums, mit Drohnen das riesige Ölfeld Schaiba in Saudi-Arabien anzugreifen. Sechs Drohnen seien dabei abgefangen und zerstört worden.
Ölversorgungskrise am Persischen Golf
Die Eskalation des Konflikts hat schwerwiegende Folgen für den globalen Ölmarkt. Aus Sorge vor iranischen Angriffen passieren derzeit kaum noch Schiffe die strategisch wichtige Straße von Hormus, eine lebenswichtige Route für Öl- und Gastransporte. Der Iran wies Berichte über eine vollständige Sperrung zwar zurück, erklärte jedoch, US-amerikanische und israelische Schiffe würden nicht durchgelassen.
Laut Informationen der „Wall Street Journal“ füllen sich die großen Öllagerstätten in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten derzeit so rapide, dass beide Länder innerhalb von weniger als drei Wochen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dürften. Kuwait hat bereits wegen fehlender Lagerkapazitäten begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln.
Ölpreise schießen über 90-Dollar-Marke
Die Versorgungsprobleme treiben die Ölpreise in ungeahnte Höhen. Am Freitagnachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar je Barrel gehandelt. Zum Vergleich: Vor Beginn des Krieges lag der Preis im Februar noch bei etwa 70 US-Dollar.
Um das Angebot zu erhöhen, brachte US-Finanzminister Bessent die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl ins Spiel. „Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien“, erklärte er. Zuvor hatten die USA indischen Raffinerien bereits erlaubt, für einen begrenzten Zeitraum auf Tankern verladenes russisches Öl zu kaufen.
Russlands umstrittene Rolle im Konflikt
Besondere Aufmerksamkeit erregen Berichte, wonach Russland den Iran mit Standortangaben sowie Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen versorgt. Die US-Regierung dementierte diese Meldungen zunächst nicht. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte gegenüber CBS News lediglich, die USA beobachteten die Situation genau.
Laut der „Washington Post“ handelt es sich um eine umfassende Maßnahme, bei der Moskau dem Iran vor allem Satellitenbilder zur Verfügung stellt. Russland greift offiziell nicht in den Konflikt ein, hatte jedoch vergangenes Jahr eine strategische Partnerschaft mit dem Iran geschlossen, die auch militärische Zusammenarbeit vorsieht.
Internationale Reaktionen und Kriegsdauer
Das Weiße Haus geht derzeit davon aus, dass der Krieg noch vier bis sechs Wochen dauern wird. Dies stellt bereits die wiederholte Änderung der ursprünglichen Einschätzung zur erwarteten Kriegsdauer dar. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 3.000 Ziele im Iran angegriffen, zusätzlich zu den israelischen Angriffen.
Frankreich verstärkt unterdessen seine militärische Präsenz in der Region und verlegt neben dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ auch einen amphibischen Hubschrauberträger ins Mittelmeer. Der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi warnte im Sender France24, dass sich Länder, die sich den USA und Israel anschließen, zu legitimen Zielen für iranische Vergeltungsmaßnahmen machen würden.
US-Rüstungsindustrie erhöht Produktion
US-Präsident Donald Trump teilte auf Truth Social mit, dass amerikanische Rüstungsunternehmen nach einem Treffen zugesagt hätten, die Produktion hoch entwickelter Waffen zu vervierfachen. Unklar bleibt dabei, um welche Waffensysteme und welchen Zeitraum es sich genau handelt.
Parallel dazu gab das US-Außenministerium bekannt, einen möglichen Verkauf von Munition an Israel im Wert von 151,8 Millionen Dollar ohne Überprüfung durch den Kongress genehmigen zu wollen. Die Eskalation des Iran-Krieges zeigt damit nicht nur direkte militärische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen.



