Iran-Krieg weitet sich aus: Angriffe erreichen Libanon und Zypern - Experten warnen vor Flächenbrand
Iran-Krieg weitet sich: Angriffe im Libanon und Zypern

Iran-Krieg weitet sich aus: Angriffe erreichen Libanon und Zypern

Die Sorge vor einem umfassenden Flächenbrand im Nahen Osten wächst stetig. Der bereits seit Tagen andauernde Krieg zwischen dem Iran einerseits und Israel sowie den USA andererseits hat inzwischen weitere Länder erfasst. Besonders besorgniserregend sind die jüngsten Entwicklungen im Libanon und auf dem EU-Inselstaat Zypern, die eine gefährliche regionale Ausweitung des Konflikts signalisieren.

Eskalation im Libanon: Hisbollah greift Israel an

Aus dem Libanon heraus schoss die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz Raketen auf das Nachbarland Israel ab. Diese Angriffe werden als Vergeltung für die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei gewertet. Israel reagierte umgehend mit massiven Gegenangriffen auf Stellungen der Schiiten-Miliz. Nach Armeeangaben wurden dabei Waffenlager und weitere Infrastruktur der Hisbollah im nördlichen Libanon sowie in den Vororten der Hauptstadt Beirut bombardiert. Ein hochrangiges Mitglied der Miliz soll getroffen worden sein.

Zahlreiche Todesopfer und humanitäre Krise

Die humanitären Folgen des Konflikts sind bereits jetzt verheerend. Im Iran kamen nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Menschen bei den Bombardements ums Leben. Im Libanon wurden bei den israelischen Angriffen Dutzende Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Auch auf israelischer Seite gab es Verletzte: Der Rettungsdienst meldete 15 Verletzte bei einem Raketeneinschlag in Beerscheva. Das US-Militär gab bekannt, dass die Zahl der getöteten US-Soldaten bei dem Militäreinsatz gegen den Iran auf vier gestiegen sei.

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Neue Angriffswelle auf Teheran

In den Mittagsstunden startete die israelische Luftwaffe einen neuen Angriff auf Ziele im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran. Augenzeugen bestätigten schwere Bombardierungen in der Stadtmitte, die sich in der Nähe des Parlaments ereignet haben sollen. Auch im Norden der Millionenmetropole mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern wurden Raketeneinschläge beobachtet. Seit Samstag greifen Israel und die USA Hunderte Ziele im Iran an, darunter militärische Infrastruktur wie Raketenabschussrampen, Anlagen des umstrittenen Atomprogramms und Hauptquartiere der Militärführung.

Politische Ziele: Machtwechsel in Teheran?

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte in Washington, dass der Militäreinsatz nicht zu einem sogenannten "Regimewechselkrieg" führen solle. Dennoch sagte er: "Das Regime hat sich tatsächlich geändert, und die Welt ist dadurch besser dran." Ebenso wie die USA setzt auch Israel auf einen Umsturz im Iran durch die Bevölkerung. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, es sei das angestrebte Ergebnis, "dass das iranische Volk in der Lage sein wird, dieses Regime für sich selbst zu beseitigen". Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Bevölkerung im Iran zuvor zum Sturz der politischen Führung aufgerufen.

Die Iran-Expertin Eva Orthmann äußerte jedoch Zweifel an einem einfachen Wandel. Nach dem Tod Chameneis werde eine Reihe anderer Personen und Gruppierungen versuchen, ihre Privilegien und Machtanteile zu sichern und auszuweiten. Die Aufforderung an die Bevölkerung, sich unter den aktuellen Bedingungen des Krieges zu erheben, erscheine zynisch.

Golfstaaten werden in Konflikt hineingezogen

Auch die Golfstaaten werden immer weiter in den Konflikt hineingezogen. In Kuwait stürzten mehrere US-Militärflugzeuge durch sogenanntes "friendly fire" ab - die Besatzung überlebte glücklicherweise. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) teilte mit, die kuwaitische Luftverteidigung habe die Jets versehentlich abgeschossen.

In Bahrain stürzten Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff und lösten ein Feuer aus. Dabei kam nach Angaben des Innenministeriums ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben. Die US-Botschaft in Bahrain rief ihre Bürger dazu auf, Hotels in Manama zu meiden, da diese potenzielle Ziele von Angriffen werden könnten.

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Drohnenangriff auf britischen Stützpunkt in Zypern

Besonders alarmierend ist die Ausweitung des Konflikts auf Zypern. In der Nacht zum Montag kam es zu einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri in der Nähe der Hafenstadt Limassol. Die Drohne war vom Typ "Shahed", wie der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsächlich im Iran produziert, was auf eine iranische Beteiligung hindeutet.

Später wehrte der Stützpunkt zwei weitere unbemannte Flugobjekte ungeklärter Herkunft ab. Als Reaktion auf die Bedrohungslage kündigte Griechenland an, zwei Fregatten sowie zwei F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern zu verlegen, um die Sicherheit zu erhöhen.

Internationale Reaktionen und diplomatische Spannungen

Mehrere arabische Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, bestellten aus Protest gegen die Angriffe den jeweiligen iranischen Botschafter ein. Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu. Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte in Paris, man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen.

Die Eskalation des Iran-Krieges stellt die internationale Gemeinschaft vor enorme Herausforderungen. Experten warnen eindringlich vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts, die zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand im gesamten Nahen Osten führen könnte. Die jüngsten Angriffe im Libanon und auf Zypern zeigen, dass diese Befürchtungen leider bereits Realität werden.