Drohnenangriff in Nachitschewan: Iran-Krieg weitet sich auf Aserbaidschan aus
Iran-Krieg weitet sich auf Aserbaidschan aus

Drohnenangriff in Nachitschewan: Iran-Krieg weitet sich auf Aserbaidschan aus

Der Iran-Krieg hat am sechsten Tag eine neue, gefährliche Dimension erreicht. In der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan schlugen am Donnerstag Drohnen am Flughafen und in der Nähe einer Schule ein. Der Iran bestreitet zwar jede Verantwortung für diesen Angriff, doch Aserbaidschan kündigte umgehend Vergeltung für den „abscheulichen Terrorakt“ an. Präsident Ilham Aliyev versetzte die Streitkräfte in volle Einsatzbereitschaft.

Eskalation durch US-Israel-Angriffe und iranische Raketen

Parallel zu den Ereignissen in Aserbaidschan setzten die USA und Israel ihre Luftangriffe auf Ziele im Iran fort. Iranische Medien berichten übereinstimmend von mindestens 1.230 Todesopfern, darunter Zivilisten und Militärangehörige. Diese Zahlen lassen sich zwar nicht unabhängig überprüfen, doch sie unterstreichen die immense Heftigkeit der Kämpfe.

Der Iran reagierte seinerseits mit Raketenangriffen auf Tel Aviv. Laut dem israelischen TV-Sender N12 musste ein Passagierflugzeug während des Angriffs die Landung am Flughafen Tel Aviv abbrechen. Offizielle Bestätigungen hierfür stehen noch aus.

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Regionale Ausweitung: Hisbollah, Huthis und die Rolle der Kurden

Die israelische Luftwaffe griff erneut Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah in Beirut an und rief Bewohner der südlichen Vororte zur Flucht auf. Diese Gebiete gelten als Hochburg der Hisbollah, sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete.

Nach einem Bericht des Nachrichtenportals „ynet“ bereitet sich Israel darauf vor, dass auch die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen in den Krieg eintreten könnte. Warum dies bisher noch nicht geschehen ist, bleibt unklar.

Im Fokus steht zunehmend auch die ungewisse Rolle der Kurden im benachbarten Irak. Der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, Nechirvan Barsani, betonte den Willen, sich nicht einzumischen: „Die Kurdistan-Region wird stets ein Grundpfeiler des Friedens bleiben.“ Dennoch spekulieren Medien wie die „Washington Post“ und CNN über mögliche US-Unterstützung für irakische Kurden und oppositionelle Gruppen im Iran.

Wirtschaftliche und strategische Folgen

Die regionale Ausbreitung des Konflikts erhöht den Druck auf die Energiemärkte. Angesichts von Lieferengpässen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus stieg der Benzinpreis weiter an. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten zudem einen Angriff auf einen Öltanker im Persischen Golf.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte in Brüssel: „Der Iran exportiert den Krieg und versucht, ihn auf so viele Länder wie möglich auszuweiten, um Chaos zu säen.“ Sie befürchtet, dass der Konflikt dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände spielen könnte, da steigende Ölpreise Russlands Krieg in der Ukraine finanzieren helfen.

Unklare Nachfolge und langfristige Ziele

Weiterhin ungeklärt ist die Nachfolge des getöteten iranischen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. Die Beisetzung bereitet der Führung große Kopfzerbrechen, da die gesamte politische und militärische Elite erscheinen müsste – einschließlich möglicher Nachfolger wie Modschtaba Chamenei.

Die USA und Israel erklärten, ihre Angriffe zielten darauf ab, zu verhindern, dass der Iran jemals an Atomwaffen gelangt. Zudem sollen das Raketenarsenal und die Produktionsinfrastruktur zerstört werden, um Angriffe auf US-Einrichtungen und Verbündete zu unterbinden. Ein weiteres Ziel ist die Zerstörung der iranischen Kriegsmarine, um den freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu sichern.

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