Iran-Konflikt beeinflusst Ukraine-Krieg: Waffenlieferungen und Friedensgespräche in Gefahr
Iran-Krieg wirkt sich auf Ukraine-Konflikt aus

Iran-Krieg beeinflusst Ukraine-Konflikt: Waffen, Wirtschaft und Verhandlungen in Gefahr

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten wirft seine Schatten auf den Krieg in der Ukraine. Obwohl Moskau und Kiew nicht direkt an den Kämpfen im Iran beteiligt sind, spüren beide Seiten die konkreten Auswirkungen. Die Angriffe von USA und Israel gegen den Iran haben direkte Folgen für den Ukraine-Krieg, die von Waffenlieferungen bis zu Friedensgesprächen reichen.

Irans Rolle als Waffenlieferant für Russland

Der Iran war in den ersten Kriegsjahren ein entscheidender Verbündeter für Russland. Moskau, das die Entwicklung eigener Kampfdrohnen vernachlässigt hatte, erhielt ab Sommer 2022 iranische Shahed-Drohnen. Iranische Experten trainierten russische Soldaten im Umgang mit dieser Technologie und halfen später beim Aufbau einer Drohnenproduktion in Russland.

Zu den Lieferungen gehörten neben Drohnen auch Patronen und Artilleriemunition. Medienberichten zufolge lieferte Teheran ab 2024 sogar Raketen an Moskau. Im Jahr 2025 besiegelten beide Länder eine strategische Partnerschaft, wobei etwa ein Drittel des 47 Paragrafen umfassenden Vertrags der militärischen Zusammenarbeit gewidmet ist. Der genaue Umfang der Waffenlieferungen bleibt jedoch im Dunkeln.

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Wirtschaftliche Vorteile für Russland

Während Russland die Angriffe auf den Iran politisch verurteilte, könnte es wirtschaftlich davon profitieren. Die Öl- und Gaspreise sind aufgrund der Unsicherheit im Nahen Osten drastisch gestiegen. Russland könnte seine Exportmengen erhöhen, insbesondere nach China, Indien und in die Türkei.

Für den russischen Staatshaushalt, der mit einem hohen Defizit kämpft, sind diese Entwicklungen positiv. Mehr als ein Viertel der geplanten Einnahmen stammt aus dem Verkauf fossiler Rohstoffe. Mit zusätzlichen Mitteln könnte Moskau seinen Krieg in der Ukraine besser finanzieren, da knapp 40 Prozent des Haushalts bereits für Militär, Rüstung und nationale Sicherheit ausgegeben werden.

Ukrainische Sorge um westliche Unterstützung

In Kiew wächst die Angst, bei einem sich hinziehenden Iran-Krieg wichtige westliche Militärhilfen zu verlieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich besorgt: „Ja, fraglos beunruhigt uns diese Frage, und daher sind wir im Kontakt mit unseren Partnern.“ Er führte Telefonate mit Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Besonders kritisch sind die Lieferungen für Flugabwehrraketen, die auch für die US-amerikanischen Patriot-Systeme am Persischen Golf benötigt werden. Die ukrainische Flugabwehr nutzt diese Systeme zum Abschuss russischer ballistischer Raketen. Verzögerungen beim Nachschub hatten im Januar nach ukrainischen Angaben verheerende Folgen.

Friedensgespräche in der Schwebe

Die Kriegshandlungen am Golf kommen auch den Friedensverhandlungen für die Ukraine ungelegen. Seit Wochen laufen Gespräche über ein Kriegsende, zuletzt in Genf und Abu Dhabi. Wann und wo die nächste Runde stattfinden wird, ist unklar.

Die USA, bisherige Vermittler bei den Ukraine-Verhandlungen, sind nun mit ihrem eigenen Krieg beschäftigt. Selenskyj hatte eine nächste trilateralen Gesprächsrunde mit Russland und den USA für Donnerstag oder Freitag in Abu Dhabi vorgeschlagen. Der Kreml lehnte jedoch aufgrund der Sicherheitslage in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab. Auch Genf als Alternative wurde von Moskau wegen der „unzureichenden Neutralität“ der Schweiz und logistischer Probleme abgelehnt.

Ukrainische Drohnenexpertise als Verhandlungsmasse

Nach Beginn iranischer Drohnenangriffe auf Golf-Staaten schlug Selenskyj vor, ukrainische Drohnenabwehrexperten an den Persischen Golf zu entsenden. Als Voraussetzung nannte er eine Waffenruhe in der Ukraine. Die Golfmonarchien sollten dafür ihre guten Beziehungen zu Russland nutzen. Bisher blieben diese Initiativen jedoch erfolglos.

Selenskyj bot einen gleichwertigen Tausch an: „Wenn wir zum Beispiel über Waffen im Krieg sprechen, an denen wir einen Mangel haben, dann sind das PAC-3-Abfangraketen (für Patriot-Systeme), und wenn sie uns diese geben, geben wir ihnen Abfangdrohnen.“ Angesichts der Bedrohung durch iranische ballistische Raketen am Golf ist dieser Vorschlag jedoch kaum realistisch.

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