Iran macht Öffnung der Straße von Hormus nach nur 24 Stunden wieder rückgängig
Der Iran hat die angekündigte Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus nach nur einem Tag wieder zurückgenommen. Ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte teilte laut der Nachrichtenagentur Fars mit, dass die Kontrolle über die Meerenge wieder in den früheren Zustand zurückkehre. Als Grund nannte er die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA.
Unberechenbare Lage trotz Waffenruhe
Keine 24 Stunden war die Zusage des Irans alt, die Straße von Hormus zu öffnen, da wurde sie bereits wieder zurückgenommen. Diese schnelle Kehrtwende verdeutlicht, wie unberechenbar die Lage trotz der aktuellen Waffenruhe bleibt. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte bereits gewarnt, dass die Straße von Hormus nicht offen bleiben werde, wenn die US-Blockade der iranischen Häfen andauere.
Bedingungen für die kurze Öffnungsphase
In der ursprünglichen Erklärung hieß es, der Iran habe einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zugestimmt. Teheran knüpfte dies jedoch an strenge Bedingungen: Schiffe mussten eine Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) einholen und auf fest vorgegebenen Routen verbleiben. Unklar blieb, ob sie auch eine Maut zahlen mussten.
Minimale Schiffsbewegungen während der Öffnung
Selbst während der kurzen Öffnungsphase war eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs nicht in Sicht. Nach Berichten des Senders CNN passierten seit der offiziellen Freigabe durch Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge – jedoch keine Öltanker. Der Analysedienst Kpler schrieb auf der Plattform X, dass die politischen Ankündigungen beider Seiten stark von der operativen Realität abwichen.
Experten sehen langen Weg zur Normalisierung
Nach Einschätzung von John-Paul Rodriguez, Experte für Seeschifffahrt an der Texas A&M University, halten widersprüchliche Statusmeldungen Reedereien von der Durchfahrt ab. Rodriguez sagte dem Sender Al Jazeera: „Seit der Ankündigung haben Schiffe versucht, die Meerenge zu passieren … aber es sieht so aus, als würden viele von ihnen umkehren, weil die Lage unklar ist.“ Große Reedereien würden sich wahrscheinlich nicht wohl dabei fühlen, die Meerenge zu durchfahren, bis die „derzeitige iranische Sperre vollständig aufgehoben“ sei.
US-Position bleibt hart
US-Präsident Donald Trump hatte auf der Plattform Truth Social geschrieben, die Blockade bleibe „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran“ bestehen. Der Iran hatte die Wasserstraße nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA am 28. Februar 2026 gesperrt. Außenminister Abbas Araghtschi hatte dann am Freitag erklärt, die Passage sei im Zuge der Waffenruhe für den Handel geöffnet.
Monate bis zur Vertrauenswiederherstellung
Der Analysedienst Kpler betonte, dass eine Rückkehr zur Normalität und die Wiederherstellung des Vertrauens der Versicherungsmärkte Monate in Anspruch nehmen werde. Die Straße von Hormus bleibt damit unter strenger Verwaltung und Kontrolle der iranischen Streitkräfte, solange die Vereinigten Staaten die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit von Schiffen vom Iran zu ihrem Bestimmungsort und zurück nicht wiederherstellen.



