Zweite Verhandlungsrunde zwischen Iran und USA bleibt weiterhin ungewiss
Iran-USA-Verhandlungen: Zweite Runde weiter offen

Zweite Verhandlungsrunde zwischen Iran und USA weiterhin ungewiss

Die Feuerpause im Iran-Krieg läuft aus, doch der Fortgang der Friedensgespräche zwischen Teheran und Washington bleibt weiterhin ungewiss. Trotz intensiver Vermittlungsbemühungen Pakistans ist eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den beiden Konfliktparteien noch nicht gesichert. Die Spannungen werden insbesondere durch die anhaltende Seeblockade der USA in der strategisch wichtigen Straße von Hormus verschärft, wo die US-Marine erst kürzlich einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

Pakistans diplomatische Vermittlungsbemühungen

Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi empfing in den letzten Tagen bei zwei separaten Treffen diplomatische Vertreter sowohl aus dem Iran als auch aus den USA. Bei diesen Gesprächen wurde unter anderem über die Sicherheitslage in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad im Vorfeld einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde diskutiert. „Wir beten für den Erfolg der zweiten Verhandlungsrunde in Islamabad“, erklärte Naqvi gegenüber der Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Natalie A. Baker. In einem weiteren Gespräch mit dem iranischen Botschafter Resa Amiri Moghadam betonte der Minister die „Notwendigkeit einer nachhaltigen Lösung auf diplomatischem und verhandlungstechnischem Wege“.

Iranische Entscheidung über Verhandlungen noch ausstehend

Der Iran hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten getroffen. Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte in Teheran, dass eine weitere Verhandlungsrunde derzeit nicht geplant sei. Baghai wies darauf hin, dass Pakistans Armeechef Asim Munir bei einem kürzlichen Besuch in Teheran einen neuen Vorschlag der USA überbracht habe. „Dieser wird derzeit geprüft“, sagte der Sprecher. „Unter Berücksichtigung der Interessen Irans werden wir die notwendige Entscheidung darüber treffen, wie wir weiter vorgehen“.

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Teheran hatte ein weiteres Treffen mit US-Vertretern zuletzt unter Verweis auf übertriebene Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen abgelehnt. Diese Position wurde durch die iranische Staatsagentur Irna bekräftigt.

US-amerikanische Position und Drohungen

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen angekündigt. Die USA böten der Führung in Teheran einen „sehr fairen und vernünftigen Deal“ an, schrieb Trump auf Truth Social. Er hoffe, dass der Iran diesen annähme. „Wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran ausschalten“, drohte Trump in einer deutlichen Warnung.

US-Vertreter werden voraussichtlich am Abend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eintreffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Weißen Haus werden Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner dorthin reisen.

Internationale Reaktionen und regionale Entwicklungen

China kritisierte unterdessen das Vorgehen der USA in der Straße von Hormus. „Wir sind besorgt über das gewaltsame Eingreifen der USA gegenüber betreffenden Schiffen“, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. China hoffe, dass sich die jeweiligen Seiten verantwortungsvoll verhalten und an die Vereinbarung zur Waffenruhe halten würden. China forderte, dass das „Fenster für Frieden“ genutzt werden sollte und Bedingungen für ein frühes Ende des Krieges geschaffen werden.

Parallel zu den Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleibt auch die Feuerpause im Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon fragil. Im Süden des Landes griff Israels Armee eigenen Angaben zufolge trotz der Waffenruhe in der Nacht eine Raketenabschussrampe an. Diese sei feuerbereit und eine „direkte Bedrohung für die Ortschaften in Nordisrael“ sowie für Soldaten gewesen, teilte das israelische Militär am Morgen mit.

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Laut der vom US-Außenministerium veröffentlichten Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon darf Israel alle notwendigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe ergreifen. Israelische Soldaten sind weiterhin im Südlibanon stationiert, was das Land als „Sicherheitszone“ bezeichnet, um Nordisrael vor Angriffen der Hisbollah zu schützen. Vertriebene Libanesen können derzeit nicht in die betroffenen Gebiete zurückkehren.

Die Hisbollah verkündete am Morgen, gepanzerte Fahrzeuge der israelischen Armee seien in der Nacht von Sprengsätzen getroffen worden, die die vom Iran unterstützte Miliz zu einem früheren Zeitpunkt in der Gegend platziert habe. Israels Armee erklärte auf Anfrage, sie gehe diesen Vorfällen nach.