Iran kündigt Rache für Chameneis Tod an - Trump warnt vor massiver Vergeltung
Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei durch amerikanisch-israelische Luftangriffe hat Teheran mit neuen Attacken reagiert. Die Revolutionsgarden haben 27 US-Stützpunkte in der Region sowie Israels Armeehauptquartier und einen Rüstungskomplex in Tel Aviv ins Visier genommen, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Die Angaben konnten zunächst unabhängig nicht überprüft werden.
Internationale Auswirkungen auf Luftverkehr und Sicherheit
Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain entstand Sachschaden, wie das dortige Innenministerium mitteilte. Bahrain ist der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Zuvor hatten bereits die Flughäfen in Abu Dhabi und Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten Einschläge gemeldet. Der Konflikt beeinträchtigt damit den internationalen Luftverkehr erheblich, Tausende Reisende saßen fest. Auch aus Katars Hauptstadt Doha gab es am Morgen Berichte über Explosionen.
In der irakischen Hauptstadt Bagdad versuchten Demonstranten nach der Tötung Chameneis, in das streng gesicherte Regierungsviertel und zur dort gelegenen US-Botschaft vorzudringen. Sie wollten die Sicherheitsbarrieren am Eingang zur sogenannten Grünen Zone überwinden. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf und setzten Schlagstöcke, Tränengas, Wasserwerfer und auch scharfe Munition ein.
Trump warnt den Iran vor Gegenschlägen
US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor neuen Gegenschlägen gewarnt: „Das sollten sie besser nicht tun“, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Sollte dies passieren, werde man zurückschlagen - „mit einer Stärke, die man noch nie vorher gesehen hat“, betonte Trump.
In Israel gab es am Morgen erneut Raketenalarm. Die Abwehrsysteme wurden aktiviert, um den Angriff aus dem Iran abzuwehren, teilte die Armee mit. In mehreren Gebieten des Landes heulten die Sirenen, bevor kurz darauf Entwarnung gegeben wurde. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. In den vergangenen 24 Stunden mussten Millionen Menschen nach Armeeangaben bereits rund 20 Mal wegen Angriffen des Erzfeindes in die Schutzräume eilen.
Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen
Am Vorabend war in Tel Aviv eine Frau beim Einschlag einer Rakete in einem Wohnblock ums Leben gekommen. Dutzende Menschen wurden verletzt. Israels Luftwaffe setzte nach eigenen Angaben ihre Angriffe gegen Raketenbasen und Luftabwehrsysteme im Iran in der Nacht fort. Die Entfernung zwischen Tel Aviv und Irans Hauptstadt Teheran beträgt Luftlinie rund 1.600 Kilometer. Es handelt sich nach Armeeangaben um den bisher größten Einsatz der Luftwaffe in ihrer Geschichte.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz kommentierte den getöteten „Tyrann“ Chamenei: „Er, der Israel vernichten wollte, ist vernichtet worden.“ Irans Regierung kündigte nach dem Tod Chameneis 40 Tage öffentliche Trauer und 7 Feiertage an.
Reaktionen und weitere Entwicklungen
Vor den iranischen Staatsmedien hatte bereits Trump den Tod Chameneis verkündet. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Das sei die „größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern.“
Schon nach den ersten Berichten über Chameneis Tod brach in Teheran spontan Jubel aus. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Die Nachricht wurde unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet, die im Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören. Iranische Staatsmedien verbreiteten dagegen Aufnahmen, die Menschenmengen beim Trauern um den toten Religionsführer zeigen sollen.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurden auch mehrere Angehörige von Chamenei getötet. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Chameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen. Aus dem Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung.
Auf die Frage, ob es jemanden im Iran gebe, den er gerne an der Spitze des Landes sehen würde, sagte US-Präsident Trump dem US-Fernsehsender CBS News: „Ja, ich denke schon. Es gibt einige gute Kandidaten.“ Und auf die Frage, wer nach seiner Einschätzung nach Chameneis Tod das Sagen im Iran habe, sagte er: „Ich weiß genau wer, aber ich kann es Ihnen nicht sagen.“
Trump kündigte an, die Bombardierungen im Iran würden weitergehen, bis Frieden in der Region und in der ganzen Welt einkehre. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die am Samstagmorgen begonnenen Angriffe seines Landes gegen den Iran als „tödlichsten, komplexesten und präzisesten Lufteinsatz der Geschichte“.



