Modschtaba Chamenei als neuer oberster Führer des Iran ernannt
Der Iran hat offiziell Modschtaba Chamenei, den 56-jährigen Sohn des bei einem israelischen Luftangriff getöteten Ajatollah Ali Chamenei, zum neuen obersten Führer der Islamischen Republik berufen. Diese Ernennung erfolgte durch den sogenannten Expertenrat, das wichtigste religiöse Gremium des Landes, und verleiht Modschtaba Chamenei fortan das letzte Wort in allen politischen und militärischen Angelegenheiten.
Internationale Drohungen und militärische Eskalation
Israels Militär hat bereits unmittelbar nach der Ernennung gewarnt, dass auch der neue Führer nicht sicher sei. US-Präsident Donald Trump äußerte sich in ähnlicher Weise und bezeichnete Modschtaba Chamenei in einem Interview mit Axios als „inakzeptabel“. In der Nacht begann die israelische Luftwaffe eine neue Welle von Angriffen im Zentrum des Irans, während der Iran seinerseits Israel erneut mit Raketen angriff. Zudem wurden Infrastrukturen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in Beirut angegriffen.
Die USA haben nach Angaben von Energieminister Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen, sind jedoch besorgt über israelische Angriffe auf zivile Infrastruktur. Diese könnten strategisch nach hinten losgehen und die Unterstützung für die Führung in Teheran erhöhen.
Ölpreisexplosion und wirtschaftliche Auswirkungen
Der Krieg hat zu einem rasanten Anstieg des Ölpreises geführt, der erstmals seit Jahren wieder die Marke von 100 US-Dollar überschritten hat. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um über 20 Prozent auf mehr als 110 US-Dollar je Barrel. Seit Kriegsbeginn beläuft sich der Preisanstieg auf rund 50 Prozent, was auch zu deutlich höheren Spritpreisen führt.
Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus, durch die in Friedenszeiten täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert wird, bleibt ein bestimmendes Thema. Die Börsen in Japan und Südkorea brachen angesichts des Preisanstiegs ein, und auch für US-Präsident Trump könnten die steigenden Spritpreise im eigenen Land zu einem politischen Problem werden.
Humanitäre Folgen und diplomatische Bemühungen
Die Angriffe haben zu Todesfällen und vielen Verletzten in den Golfstaaten geführt. In Saudi-Arabien wurden zwei Menschen getötet, und in Bahrain meldete das Gesundheitsministerium 32 Verletzte, darunter Kinder, nach einem Drohnenangriff. Die USA wiesen einen Teil ihres Botschaftspersonals in Saudi-Arabien an, das Land zu verlassen.
Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani rief zur Deeskalation auf und betonte, dass Diplomatie der einzige gangbare Weg aus der Krise sei. Trump erklärte hingegen, dass ein Kriegsende eine gemeinsame Entscheidung mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein würde, während die Angriffe vorerst weitergehen.
Modschtaba Chamenei, der in den vergangenen Jahren kaum öffentlich in Erscheinung getreten ist, gilt als Akteur der staatlichen Unterdrückung im Iran und dürfte den unerbittlichen Kurs seines Vaters fortsetzen. Seine politische Ausrichtung bleibt jedoch weitgehend unklar, was die Unsicherheit in der Region weiter verstärkt.



