Israel warnt Vertriebene vor Rückkehr in Südlibanon trotz brüchiger Waffenruhe
Israel warnt vor Rückkehr in Südlibanon trotz Waffenruhe

Israel warnt Vertriebene vor Rückkehr in Südlibanon trotz brüchiger Waffenruhe

Im anhaltenden Konflikt mit dem Libanon hat die israelische Armee eine deutliche Warnung an Vertriebene aus dem Süden des Landes gerichtet. Sie forderte die Bewohner dringend auf, nicht in Dutzende Dörfer südlich der Verteidigungslinie zurückzukehren. Armeesprecher Avichay Adraee veröffentlichte diese Botschaft am Montag auf Arabisch im Onlinedienst X und ergänzte sie mit einer Karte, die die vordere Verteidigungslinie detailliert darstellt.

Begründung der israelischen Armee

Die Armee begründete ihren Aufruf mit mutmaßlichen Aktivitäten der proiranischen Hisbollah-Miliz in der Region. Laut der offiziellen Erklärung habe die Hisbollah ihre terroristischen Aktionen trotz der vereinbarten Feuerpause fortgesetzt. Dementsprechend werde die israelische Armee weiterhin im Gebiet operieren, um die Infrastruktur der Miliz zu zerstören und direkte Bedrohungen für die Gemeinden im Norden Israels abzuwehren.

Rückkehr trotz Warnungen

Obwohl auch die Hisbollah am Wochenende vor einer Rückkehr gewarnt hatte, machten sich Tausende Libanesen auf den Weg in ihre Heimatdörfer. Auf wichtigen Küstenstraßen bildeten sich lange Staus, als die Menschen versuchten, in das umkämpfte Gebiet zurückzukehren. Diese Entwicklung unterstreicht die prekäre Lage der Zivilbevölkerung, die zwischen den Fronten gefangen ist.

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Brüchige Waffenruhe und anhaltende Angriffe

Seit der Nacht zum Freitag ist eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft. Dennoch kommt es weiterhin zu gegenseitigen Angriffen. Die israelische Armee meldete beispielsweise einen Angriff auf eine Raketenabschussrampe im Süden des Libanon, die als feuerbereit und direkte Bedrohung für nordisraelische Ortschaften sowie Soldaten beschrieben wurde. Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, die Armee werde mit voller Kraft gegen alle Bedrohungen im Libanon vorgehen und Häuser zerstören, die mutmaßlich von der Hisbollah genutzt werden.

Diplomatische Entwicklungen und Verhandlungen

Der Libanon kündigte an, künftige bilaterale Verhandlungen mit Israel ausschließlich über eine Delegation unter dem ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, zu führen. Präsident Aoun betonte in Beirut, dass keine andere Partei an diesem Prozess beteiligt oder den Libanon vertreten werde. Nach israelischen Medienberichten könnten die Gespräche auf Botschafterebene am Donnerstag in Washington fortgesetzt werden, wobei offizielle Bestätigungen zunächst ausblieben.

Vorfall mit Kruzifix und Zerstörungen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte harte Maßnahmen gegen einen Soldaten an, der ein Kruzifix im Südlibanon niedergerissen hat. Ein Bild, das einen Soldaten zeigt, der mit einem Hammer auf eine Jesus-Figur einschlägt, löste im Internet Wut und Entsetzen aus. Das Kruzifix befand sich im christlich geprägten Dorf Debl nahe der israelischen Grenze. Ein libanesischer Politiker berichtete, israelische Streitkräfte hätten seit der Waffenruhe in 39 Dörfern Zerstörungen angerichtet, darunter zivile Wohnhäuser, was als Kriegsverbrechen bezeichnet wurde. Das israelische Militär erklärte, es gehe gegen Hisbollah-Infrastruktur vor.

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