Rostock: Entwicklungskonzept für IGA-Park sieht Aufwertung als Natur- und Freizeitraum vor
Rostock: Neues Konzept für IGA-Park mit 15-Jahres-Plan

Rostock präsentiert Zukunftskonzept für den IGA-Park

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Internationalen Gartenschau soll der IGA-Park im Nordwesten Rostocks nun neu gedacht und als vielseitiger Natur-, Erholungs- und Freizeitraum weiter aufgewertet werden. Ein umfassendes Entwicklungskonzept wurde jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt und zeigt die Vision für die kommenden 10 bis 15 Jahre. Das etwa 75 Hektar große Areal zwischen Warnow und S-Bahn-Schienen hat sich bereits als beliebter Anlaufpunkt etabliert, birgt nach Ansicht der Planer aber noch erhebliches ungenutztes Potenzial.

Ziel: Bestehendes stärken und aufwerten

Bei der Präsentation auf dem Traditionsschiff Dresden betonte Beate Hlawa, Geschäftsführerin des Museumsparks Rostock, dass der anderthalbjährige Planungsprozess der zentralen Frage nachging: Wie sieht der IGA-Park der Zukunft aus? Die beteiligten Planer Britta Schümmer von „Astoc Architects and Planners“ und Jan Köster von „arbos landscape“ stellten klar: „Die Mitte bleibt stabil“. Damit ist gemeint, dass die wertvollen Grün- und Naturflächen des Parks erhalten bleiben sollen. Es gehe nicht darum, alles neu zu machen, sondern vor allem Bestehendes zu stärken und gezielt aufzuwerten.

Potenzialflächen und städtebauliche Entwicklung

Das Konzept identifiziert mehrere Bereiche mit Entwicklungspotenzial:

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  • Die Wasserkante entlang der Warnow soll weiter für die öffentliche Nutzung geöffnet werden
  • Die Wegeverbindungen zwischen den einzelnen Parkbereichen und in die umliegenden Quartiere sollen verbessert werden
  • Der Bereich des Hamburger Tors bietet städtebauliche Möglichkeiten, wo bereits die neue Schwimmhalle geplant ist
  • Die Fläche zwischen Alter Warnemünder Chaussee und Parkeingang mit dem Areal der Hansemesse gilt als „Auftakt in den Park“

Für letzteren Bereich existiert bereits ein Bebauungsplan aus den 1980er-Jahren, der sogar Hochhäuser vorsieht. Die Planer schlagen vor, diesen Platz mit der geplanten Schwimmhalle, einem Parkhaus sowie drei großen Blöcken zu bebauen, in denen Wohnen, Gewerbe, Büros und ein Hotel Platz finden könnten.

Bürgerreaktionen: Zustimmung und Kritik

Die vorgestellten Ideen stießen bei den anwesenden Rostockern auf gemischte Reaktionen. Jürgen Baack aus Groß Klein äußerte Skepsis gegenüber einem geplanten Museumsbau bei der Bootswerft, während das inzwischen geschlossene Schifffahrtsmuseum in der Stadt leerstehe. Auch vermisste er eine geeignete Anlegestelle für Schiffe und wünschte sich einen stärkeren Ausbau des Schiffsverkehrs, insbesondere zur Hanse Sail von Warnemünde nach Rostock.

Christine Weise zeigte sich insgesamt positiv: „Wobei, insgesamt finde ich, dass sie eine tolle Arbeit gemacht haben.“ Paul Stenzel begrüßte grundsätzlich, dass überhaupt Gedanken zur Parkentwicklung gemacht werden, kritisierte aber die Hochhaus-Idee am Hamburger Tor als „so mittelprächtig“. Diese brächten „ja leider auch Unordnung“. Zudem hätten die Planer stärker die an den Park grenzenden Bereiche mitdenken sollen, wo es regelmäßig zu Vermüllungen komme.

Positiv bewertet wurde dagegen die Einbeziehung von Gastronomie im Konzept. Eine Besucherin merkte an: „Cafés oder Restaurants, die fehlen halt. Wir haben ja nur noch Supieria jetzt, seitdem die Schokoladerie weg ist.“

Nächste Schritte: Von der Idee zum Handlungskonzept

Das Entwicklungskonzept soll nun in die verschiedenen politischen Gremien gehen und der Bürgerschaft vorgelegt werden. Beate Hlawa nannte dies die nächsten notwendigen Schritte, „um dann ein Handlungskonzept für die nächsten 10 bis 15 Jahre zu haben“. Der Prozess zielt darauf ab, ein konkretes Programm festzulegen, das den IGA-Park langfristig als attraktiven Natur-, Erholungs- und Freizeitraum an der Ostsee etabliert und sein volles Potenzial ausschöpft.

Die Planer empfehlen neben den städtebaulichen Entwicklungen auch neue Freizeit-, Sport- und Aufenthaltsangebote für unterschiedliche Altersgruppen im Park. Besonders die Wasserkante soll durch die weitere Öffnung des Warnowstrands für die öffentliche Nutzung und die Aufwertung des sogenannten Land's End bei der Bootswerft durch einen Museumsbau an Attraktivität gewinnen.

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