Trainer-Tsunami in der La Liga: Bis zu 14 Vereine könnten im Sommer den Coach wechseln
In der spanischen La Liga deutet sich ein unglaubliches Trainer-Beben an. Zur kommenden Saison könnten mehr als die Hälfte aller Vereine auf einen neuen Trainer setzen. Die spanische Sportzeitung Marca titelt bereits von einem „Tsunami auf den Bänken der La Liga“ und berichtet, dass bei gleich 14 Vereinen die Trainer wackeln könnten.
Prominente Namen unter Druck
Einer der Hauptbrennpunkte ist Real Madrid. Eigentlich steht Alvaro Arbeloa dort noch über die Saison hinaus unter Vertrag, doch nach dem peinlichen Aus in der Copa del Rey, dem Scheitern in der Champions League gegen den FC Bayern und einer enttäuschenden Ligasaison steht der ehemalige Real-Spieler bereits unter Druck. Sollte kein Wunder passieren, droht die zweite titellose Saison in Folge für die Königlichen.
Auch bei FC Villarreal steht Trainer Marcelino gehörig unter Druck, obwohl sein Team in der Liga auf dem dritten Rang steht. Schwache Auftritte in der Champions League mit nur einem Punkt in acht Spielen und das Pokal-Aus im Sechszehntelfinale gegen Zweitligist Racing Santander trüben die Bilanz. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus.
Verdiente Trainer vor dem Abschied
Bei Athletic Bilbao steht ein Wechsel auf der Trainerposition schon fest. Ernesto Valverde hat angekündigt, den Verein nach der Saison zu verlassen. Ähnlich ist die Situation beim FC Getafe, wo José Bordalás trotz erfolgreicher Arbeit seit 2023 und erneutem Klassenerhalt seinen auslaufenden Vertrag hat.
Manuel Pellegrini bei Real Betis kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken, doch das bittere Europa-League-Aus nach 2:0-Führung gegen Braga nährt Diskussionen über ein mögliches Ende seiner Ära. Beim FC Girona und Rayo Vallecano laufen die Verträge der Erfolgstrainer Míchel und Inigo Pérez aus, die mit attraktivem Fußball Begehrlichkeiten geweckt haben.
Abstiegskampf als Jobrisiko
Neben diesen sieben Trainern könnte es zudem bei Teams zu Wechseln kommen, die den Ansprüchen deutlicher hinterherhinken. Beim FC Valencia besitzt Carlos Corberán zwar einen Vertrag bis 2027, doch die Nähe zur Abstiegszone verschärft die Debatte um seine Person. Gleiches gilt für Martín Demichelis bei RCD Mallorca sowie Luis García Plaza beim FC Sevilla. Beide Trainer stehen nur bis Saisonende unter Vertrag und stecken mit ihren Teams mitten im Abstiegskampf.
Auch Quique Sánchez Flores bei Deportivo Alavés und Eder Sarabia beim Aufsteiger Elche kämpfen um Planungssicherheit. Levantes Luís Castro darf trotz der schwierigen Lage auf Vertrauen hoffen, während die Zukunft von Guillermo Almada bei Oviedo von den Leistungen im Saison-Endspurt abhängt.
Nur sechs Trainer mit Jobgarantie
Sicher scheinen aktuell nur sechs Trainer zu sein:
- Hansi Flick beim FC Barcelona nach einer starken Saison und bevorstehender zweiter Meisterschaft in Folge
- Diego Simeone bei Atlético Madrid trotz Ligarückstand, aber mit CL-Halbfinale
- Pellegrino Matarazzo nach dramatischem Pokalsieg als erster US-amerikanischer Trainer mit Trophäe in Europas Top-5-Ligen
- Alessio Lisci, Manolo González und Claudio Giráldez mit Osasuna, Espanyol Barcelona und Celta Vigo, die ihre Saisonziele erreichen
Die Gründe für die möglichen Wechsel sind unterschiedlich – und nicht nur sportlicher Natur. Auch bei vermeintlich stabilen Vereinen könnte es zu Veränderungen kommen, weil diese Trainer große Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken. Insgesamt scheinen nur wenige Jobs in der La Liga wirklich sicher zu sein.



