Kasparow warnt: Putins Regime braucht Krieg zum Überleben - Kein Ende in Sicht
Kasparow: Putins Regime braucht Krieg zum Überleben

Putin-Kritiker Kasparow mit alarmierender Analyse zum Ukraine-Konflikt

Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz hat einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin eine beunruhigende Prognose für den weiteren Verlauf des Ukraine-Krieges abgegeben. Der ehemalige Schachweltmeister und Exil-Oppositionelle Garri Kasparow, der mit seiner Familie in New York lebt, sieht keinerlei Anzeichen für ein baldiges Kriegsende.

„Das russische Regime kann nicht ohne Krieg existieren“

In einem Interview mit der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian erklärte der 62-jährige Kasparow seine düstere Einschätzung: „Für Putin ist der Krieg bereits eine Stütze des Regimes geworden. Das russische Regime kann nicht ohne Krieg existieren.“ Diese fundamentale Abhängigkeit von militärischen Konflikten sei der Kern des Problems und verhindere jede ernsthafte Friedensperspektive.

Kasparow betonte, dass weder im direkten Umfeld des Kreml-Machthabers noch in der russischen Propaganda irgendein Wille erkennbar sei, die Kampfhandlungen tatsächlich zu beenden. Selbst ein Waffenstillstand würde das Putin-Regime vor immense Herausforderungen stellen, da die Rückführung der etwa eine Million Soldaten unweigerlich zu gesellschaftlichen Problemen führen würde.

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Friedensgespräche als gescheiterte Verhandlungen

Die seit Wochen laufenden Friedensgespräche mit US-amerikanischer Vermittlung bewertet Kasparow äußerst skeptisch. „Das waren keine Friedensverhandlungen, sondern der Versuch eines Deals zwischen Trump und Putin“, so seine scharfe Kritik. Statt der Außenminister beider Länder hätten vor allem Geschäftsleute am Verhandlungstisch gesessen, was den Prozess von Beginn an diskreditiert habe.

Der frühere Schachgroßmeister sieht in den aktuellen diplomatischen Bemühungen daher keine echte Chance auf eine dauerhafte Lösung. Seiner Analyse nach wird der Krieg so lange fortgesetzt, wie Moskau über ausreichende Ressourcen dafür verfügt.

Kasparows vernichtende Kritik an westlicher Politik

Bereits Ende November hatte Kasparow beim Halifax Security Forum heftige Kritik an der westlichen Ukraine-Politik geübt. Den von den USA vorgelegten Friedensplan bezeichnete er damals als „das beste Ergebnis, das Putin sich erhoffen konnte“. Zudem kritisierte er die NATO scharf und bezeichnete sie nur noch als „vier Buchstaben auf Papier“.

Trotz seiner pessimistischen Einschätzung sieht Kasparow durchaus Möglichkeiten für einen ukrainischen Sieg. Dieser wäre jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, wenn mehrere Faktoren zusammenwirken und Moskau zum Aufgeben zwingen würden. Seit fast vier Jahren verteidigt sich die Ukraine bereits gegen die russische Invasion.

Die innenpolitische Dimension des Krieges

Ein zentrales Problem für Putin sieht Kasparow in der Rückkehr der Soldaten. „Denn jede Einstellung der Kampfhandlungen bedeutet, dass Putin vor der Frage steht, wohin mit der Armee?“, erklärte der Oppositionelle. Die Rückführung von etwa einer Million teils drogenabhängiger und gewaltgewohnter Soldaten würde unvermeidlich zu einem drastischen Anstieg der Kriminalität führen und das Regime destabilisieren.

Diese innenpolitische Dynamik mache den Krieg für Putin zu einem existenziellen Instrument der Machterhaltung. Solange diese Logik bestehe bleibe, werde es keine ernsthaften Friedensbemühungen geben, so Kasparows ernüchternde Schlussfolgerung auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

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