Kreml signalisiert weiterhin Offenheit für US-Vermittlung im Ukraine-Konflikt
Trotz heftiger Kritik an den jüngsten US-Luftschlägen gegen den Iran bekräftigt Russland seine Bereitschaft, eine Vermittlerrolle der Vereinigten Staaten im andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine in Betracht zu ziehen. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, dass Moskau die Bemühungen Washingtons weiterhin schätze, sich jedoch primär auf die eigenen Interessen konzentriere.
Trilaterale Gespräche in den VAE stehen auf der Kippe
Unklar bleibt indes, ob die von der Ukraine für Anfang März angekündigten trilateralen Verhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten wie geplant stattfinden können. Zuletzt hatten solche Gespräche in Genf stattgefunden, doch die angespannte Lage im Nahen Osten könnte nun den Zeitplan durcheinanderbringen. Experten befürchten, dass die diplomatischen Spannungen zwischen Moskau und Washington die ohnehin fragilen Friedensbemühungen zusätzlich belasten.
„Tiefe Enttäuschung“ über US-Aggression gegen Iran
Peskow äußerte sich mit scharfen Worten zu den amerikanischen Angriffen auf den Iran, die er als „direkte Aggression“ bezeichnete. Der Kreml zeige sich „tief enttäuscht“ über diese Entwicklung, zumal parallel laufende Verhandlungen mit Teheran im Gange seien. Bereits am Samstag hatte das russische Außenministerium die Luftschläge Israels und der USA scharf verurteilt, Kremlchef Wladimir Putin kritisierte die Tötung des iranischen Religionsführers Ali Chamenei als zynischen Verstoß gegen moralische und völkerrechtliche Normen.
Strategische Partnerschaft zwischen Russland und Iran
Russland und der Iran verbindet eine strategische Partnerschaft, die in der Vergangenheit auch gegenseitige Waffenlieferungen umfasste. Moskau hat solche Lieferungen unter anderem in seinem Krieg gegen die Ukraine eingesetzt. Im Gegensatz zu Abkommen mit Nordkorea sieht die Partnerschaft jedoch keinen gegenseitigen militärischen Beistand vor. Angesichts der eigenen militärischen Verpflichtungen im Ukraine-Konflikt wäre Russland ohnehin kaum in der Lage, dem Iran substantielle militärische Hilfe zu leisten.
Peskow unterstrich abschließend, dass sich Russland bei allen weiteren Schritten ausschließlich von seinen nationalen Interessen leiten lassen werde. Die Offenheit für US-Vermittlung bleibe bestehen, doch das Vertrauen in eigene Strategien habe oberste Priorität. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Spannung, da jede Eskalation im Nahen Osten direkte Auswirkungen auf die Friedensbemühungen in der Ukraine haben könnte.



