St. Pauli im Abstiegskampf: Licht am Millerntor droht auszugehen
St. Pauli taumelt Richtung Abstieg – Wolfsburg zieht vorbei

Der FC St. Pauli steckt tief im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Nach einer enttäuschenden 1:2-Heimniederlage gegen Mainz 05 am 32. Spieltag rutschten die Hamburger auf den Relegationsplatz ab. Der VfL Wolfsburg zog durch ein 1:1 in Freiburg an den Kiezkickern vorbei und hat nun die besseren Karten im Rennen um den Klassenerhalt. Beide Teams haben 26 Punkte, doch Wolfsburg zeigt zuletzt eine deutlich stabilere Form.

Mainz-Torschütze Tietz zeigt Mitgefühl

Ausgerechnet der Mainzer Angreifer Philip Tietz, der mit seinem Tor maßgeblich zur Niederlage St. Paulis beitrug, sprach dem Gegner Mut zu. „Die tun mir extrem dolle leid“, sagte Tietz nach dem Spiel. „Ich wünsche denen wirklich nur das Beste, und ich hoffe, dass sie die Liga halten, weil dieser Charme, der hier am Millerntor herrscht, ist einfach unfassbar. Ich liebe es, hier zu spielen.“ Er lobte die Fans als „Hammer“ und den Verein als „geil“ mit sympathischen, bodenständigen Spielern. Tietz drückte den Hamburgern fest die Daumen.

Blessin trotz Fan-Kritik zuversichtlich

Die St. Pauli-Fans quittierten die schwache Vorstellung ihrer Mannschaft zur Halbzeit mit Pfiffen, die sich vor allem gegen Trainer Alexander Blessin richteten. „Wenn die Fans meinen, sie müssten das an mir auslassen, dann ist das ok“, nahm Blessin die Kritik gelassen. Er betonte, es gebe keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Ein Trainerwechsel stehe nicht zur Debatte: „Also ich werde jetzt den Bettel so nicht hinschmeißen. Also ich stehe dazu, und ich bin davon überzeugt, dass wir das zusammen schaffen.“

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Hecking lobt Wolfsburger Charakterstärke

VfL-Trainer Dieter Hecking zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft. „Man sieht, dass diese Mannschaft Fußball spielen will. Sie ist keine typische Abstiegskampfmannschaft, das wissen wir auch. Aber sie verinnerlicht es immer mehr. Und es kommt jetzt nicht von ungefähr, dass wir diese Stabilität haben“, sagte Hecking. Er betonte, dass das Team in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken musste, nun aber zeige, dass es Charakter besitze – anders als ihm oft vorgeworfen wurde. Hecking, der 2015 mit Wolfsburg den DFB-Pokal gewann, sieht seine Elf auf einem guten Weg.

Heidenheim mischt im Abstiegskampf mit

Neben St. Pauli und Wolfsburg könnte auch der FC Heidenheim noch ein Wort im Abstiegskampf mitreden. Der Tabellenletzte überraschte mit einem 1:1 beim FC Bayern München und hat nun 23 Punkte. „Heidenheim zeigt gerade, dass sie sich noch längst nicht aufgegeben haben“, warnte Hecking. „Also darauf sollte man sich auch einstellen, denen traue ich alles zu, und die sollten wir nicht außer Acht lassen in der ganzen Bewertung.“ Somit droht ein Triell um den Relegationsplatz.

Ausblick auf die letzten Spieltage

Am vorletzten Spieltag haben beide Rivalen schwere Aufgaben: Wolfsburg empfängt den bereits feststehenden Meister Bayern München, St. Pauli muss auswärts bei RB Leipzig antreten. Heidenheim hingegen spielt beim nahezu geretteten 1. FC Köln und könnte Boden gutmachen. Der letzte Spieltag verspricht ein spannendes Finale, wenn St. Pauli und Wolfsburg direkt aufeinandertreffen. Das Licht am Millerntor könnte also noch ausgehen – oder der Kiez-Club schafft doch noch die Wende.

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