Vier Tote bei bewaffnetem Zwischenfall vor kubanischer Küste
Bei einem tödlichen Schusswechsel zwischen kubanischen Grenztruppen und der Besatzung eines Schnellboots sind vier Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des kubanischen Innenministeriums handelte es sich bei den Getöteten um Bewaffnete, die mit terroristischen Absichten illegal nach Kuba eindringen wollten. Sechs weitere Personen wurden bei dem Vorfall verletzt.
Kubanische Regierung beschuldigt US-basierte Kubaner
Die kubanische Regierung teilte mit, dass alle Beteiligten in den Vereinigten Staaten lebende Kubaner seien, von denen die meisten eine bekannte kriminelle und gewalttätige Vergangenheit hätten. Ein Verdächtiger wurde auf Kuba festgenommen und gestand laut offiziellen Angaben, aus den USA entsandt worden zu sein, um sich an der terroristischen Operation zu beteiligen. An Bord des Bootes wurden Waffen und Sprengkörper gefunden.
Vorfall in kubanischen Territorialgewässern
Der Grenzschutz hatte das Schnellboot am Mittwochmorgen Ortszeit in kubanischen Territorialgewässern nahe Cayo Falcones entdeckt. Es hatte sich bis auf etwa eine Seemeile der Küstenprovinz Villa Clara genähert. Als die Grenzschützer zur Identifizierung näher heranfuhren, eröffnete die Besatzung des Schnellbootes das Feuer. Bei dem Schusswechsel wurde auch der Kommandant des kubanischen Patrouillenboots verletzt.
US-Regierung startet eigene Nachforschungen
US-Außenminister Marco Rubio teilte mit, dass die amerikanische Botschaft in Havanna eigene Informationen zu dem Vorfall sammle und versuche herauszufinden, ob es sich bei den Opfern um US-Bürger oder Personen mit ständigem Wohnsitz in den USA gehandelt habe. Der Justizminister des US-Bundesstaats Florida, in dem viele Kubaner leben, kündigte eine Untersuchung an.
Gespanntes Verhältnis zwischen USA und Kuba
Das Verhältnis zwischen den USA und Kuba ist seit Jahrzehnten angespannt. Seit der US-Militärintervention in Venezuela Anfang Januar wächst der Druck auf die autoritär regierte Karibikinsel, die sich in ihrer schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten befindet. Kuba erhält inzwischen kein Öl mehr vom langjährigen Verbündeten Venezuela, da die US-Regierung unter Donald Trump sämtliche Lieferungen durch eine Blockade aller Tanker unterband. Zudem drohte Trump Kubas Öllieferanten mit Zöllen, woraufhin etwa Mexiko – zuletzt Kubas größter Ölversorger – seine Lieferungen einstellte.



