Lebenslange Haft für Südkoreas Ex-Präsident Yoon nach Kriegsrecht-Ausrufung 2024
Lebenslange Haft für Südkoreas Ex-Präsident Yoon

Lebenslange Haft für Südkoreas Ex-Präsident Yoon nach Kriegsrecht-Ausrufung

Der ehemalige südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol muss lebenslang ins Gefängnis. Das zentrale Bezirksgericht in der Hauptstadt Seoul sprach den 65-Jährigen am 19. Februar 2026 des „Verbrechens der Anführung eines Aufstands“ schuldig. Mit diesem Urteil endet ein spektakulärer Prozess, der die Nation erschütterte.

Kriegsrecht 2024 und umstrittene Begründung

Yoon hatte im Dezember 2024 das Kriegsrecht ausgerufen und damit eine schwere Verfassungskrise ausgelöst. In einer Fernsehansprache rechtfertigte er diesen Schritt damit, dass das Parlament voller Krimineller und „staatsfeindlicher Kräfte“ sei. Das Gebäude wurde daraufhin vom Militär umstellt.

Doch der Plan scheiterte: Genügend Abgeordnete konnten in den Plenarsaal gelangen und das Dekret ablehnen. Bereits nach wenigen Stunden musste das Kriegsrecht wieder aufgehoben werden. Das Gericht befand, Yoon habe damit bewusst die Verfassung des Landes untergraben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vom Amtsenthebungsverfahren zur lebenslangen Haft

Das Parlament leitete umgehend ein Amtsenthebungsverfahren ein. Im April 2025 wurde Yoon vom Verfassungsgericht offiziell des Amtes enthoben. Seit Juli 2025 sitzt er in Untersuchungshaft. Der unabhängige Sonderermittler Cho Eun Suk hatte im Prozess sogar die Todesstrafe beantragt.

Bereits im Januar 2026 war Yoon zu einer ersten Haftstrafe verurteilt worden: Fünf Jahre Gefängnis erhielt er wegen Widerstands gegen seine Festnahme und Fälschung offizieller Dokumente. Das aktuelle Urteil zur lebenslangen Haft kommt nun zusätzlich dazu.

Historisches Urteil mit weitreichenden Folgen

Die Verhandlung wurde landesweit auf Fernsehbildschirmen verfolgt und markiert einen historischen Moment in der südkoreanischen Demokratiegeschichte. Es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger Präsident des Landes wegen Anführung eines Aufstands verurteilt wird.

Die Richter betonten in ihrer Urteilsbegründung, dass die Ausrufung des Kriegsrechts ohne legitimen Grund einen schweren Angriff auf die demokratische Ordnung Südkoreas darstelle. Das Urteil soll laut Gericht eine klare Botschaft senden, dass solche Machtmissbrüche nicht toleriert werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration