Lulas Currywurst-Wunsch bei Regierungskonsultationen nur halb erfüllt
Bei den deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Hannover standen zwar offiziell Themen wie Handel, Rohstoffe und Rüstungskooperation im Mittelpunkt, doch am Rande entwickelte sich eine kulinarische Episode, die für Schlagzeilen sorgte. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte sich im Vorfeld seines Deutschlandbesuchs einen ganz besonderen Wunsch erfüllt gewünscht: eine authentische Wurst vom Straßenimbiss.
Der Wunsch nach Straßenimbiss-Atmosphäre
In einem Interview mit dem Spiegel hatte Lula vor seiner Abreise verraten: „Ich habe ihm gesagt, wenn ich nach Deutschland reise, esse ich gerne Wurst vom Straßenimbiss.“ Der brasilianische Staatschef erinnerte sich dabei an seinen letzten Besuch im Kanzleramt bei Angela Merkel, wo er eine Wurst von einem Imbissstand genossen hatte. „Wenn ich im Ausland bin, versuche ich die örtlichen Speisen zu probieren“, begründete Lula seine Vorliebe für deutsche Straßenküche.
Merz' diplomatische Lösung
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nahm sich des Anliegens an und ließ noch vor dem festlichen Mittagessen auf Schloss Herrenhausen eine Auswahl deutscher Wurstspezialitäten servieren. Der Koch der Schlossküche bereitete eine feine Auswahl zu, darunter eine Rindscurrywurst, eine grobe Rindswurst und eine traditionelle Bratwurst vom Schwein. Ein Regierungssprecher betonte, dass damit dem gastronomischen Wunsch des Staatsgasts entsprochen werden sollte.
Enttäuschung trotz kulinarischer Vielfalt
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz zeigte sich Lula jedoch enttäuscht über die fehlende Straßenimbiss-Atmosphäre. „Das Einzige, was ich bedaure, ist, dass ich an keiner Straße vorbeigekommen bin, an der ein Imbisswagen stand“, erklärte der brasilianische Präsident. Er bedauerte, Hannover zu verlassen, ohne die ersehnte Bratwurst vom Imbisswagen probiert zu haben.
Mit einem Augenzwinkern wandte sich Lula dann direkt an den Bundeskanzler: „Vielleicht bringen Sie mir ja eine Portion Bratwurst mit, wenn Sie nach Brasilien kommen.“ Diese humorvolle Aufforderung unterstrich die lockere Stimmung zwischen den beiden Staatschefs, auch wenn der ursprüngliche Wunsch nach Straßenimbiss-Flair unerfüllt blieb.
Hintergrund der Konsultationen
Die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen fanden im Schloss Herrenhausen in Hannover statt und behandelten schwerpunktmäßig wirtschaftliche und politische Themen. Neben den kulinarischen Aspekten standen Handelsabkommen, Rohstoffpartnerschaften und sicherheitspolitische Fragen im Mittelpunkt der Gespräche zwischen der deutschen und der brasilianischen Delegation.
Die Episode um Lulas Currywurst-Wunsch zeigt, wie persönliche Vorlieben und kulturelle Unterschiede auch auf höchster diplomatischer Ebene eine Rolle spielen können. Während die offiziellen Verhandlungen erfolgreich verliefen, bleibt die Erinnerung an die halb erfüllte Imbiss-Sehnsucht des brasilianischen Präsidenten als kurioses Detail dieser bilateralen Begegnung.



