Bei einem Staatsbankett in der armenischen Hauptstadt Eriwan hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine musikalische Seite gezeigt. Er setzte sich an den Flügel, griff zum Mikrofon und sang das berühmte französische Chanson „La Bohème“ von Charles Aznavour. Begleitet wurde er dabei von Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan, der das Schlagzeug spielte. Später stimmte auch Armeniens Präsident Wahagn Chatschaturjan in die Darbietung ein. Videos des Auftritts verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken.
Hintergrund des Staatsbanketts
Das Staatsbankett fand im Anschluss an ein Treffen mit fast 40 Staats- und Regierungschefs aus Europa statt. Die Kaukasusrepublik hatte am Montag ein Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) ausgerichtet. Bereits am Vorabend hatte Paschinjan die Spitzenpolitiker mit einem Auftritt seiner Band überrascht, bei dem er selbst am Schlagzeug saß.
Abwesenheit des Bundeskanzlers
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war nicht zum EPG-Gipfel nach Armenien gereist. Er ließ sich von Macron vertreten. Frankreich werde das deutsche Stimmrecht wahrnehmen, wie ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. „Das ist abgestimmt, und wir wissen das so sehr zu schätzen wie die französische Seite offenbar auch.“ Das Treffen in Eriwan war der erste EPG-Gipfel ohne den deutschen Regierungschef. Als Grund für die Absage wurden „andere Verpflichtungen“ genannt.
Charles Aznavour: Eine Legende
Charles Aznavour war einer der größten französischen Chanson-Stars. Er kam 1924 in Paris als Sohn armenischer Einwanderer zur Welt und pflegte eine enge Beziehung zu dem Kaukasusland. In seiner mehr als 70-jährigen Karriere komponierte er über 1300 Chansons und verkaufte mehr als 180 Millionen Platten weltweit. Aznavour starb 2018 im Alter von 94 Jahren. Sein Lied „La Bohème“ ist eines seiner bekanntesten Werke und handelt von der Sehnsucht nach der Vergangenheit eines Künstlers.



